Berlin - Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat die Gewalt im Karikaturen-Streit als «unislamisch» verurteilt. Gewaltakte im Nahen Osten könnten nicht mit Wut oder Kränkung über die Mohammed-Karikaturen begründet werden, sondern seien Ausdruck der Hilflosigkeit, sagte der neue Zentralratsvorsitzende Ayyub Axel Köhler der «Passauer Neuen Presse» vom Dienstag.
Tatsächlich seien die «unverschämten Karikaturen» für jeden Muslim eine Kränkung seiner Beziehung zu Gott, sagte Köhler. Doch sollten sich Muslime nicht provozieren lassen. Schmähungen anderer Religionen dürfe es nicht geben, auch nicht unter Verweis auf die Pressefreiheit. Köhler erwartet aber nach eigenen Worten keine Radikalisierung der Muslime in Deutschland, sondern eher das Gegenteil. «Ich fürchte, dass sich Muslime in Deutschland mehr und mehr zurückziehen», sagte er.
In der «Netzeitung» warb Köhler dafür, den Karikaturen-Streit als gesamtgesellschaftliches Problem zu erkennen und mit einem breiten Dialog über den Umgang der Medien mit Religionen zu kontern. «Unsere Gesellschaft hat wenig Sensibilität allen Religionen gegenüber», sagte Köhler. «Das ist ein sehr wichtiges Feld, weil Störungen in dieser Debatte friedensgefährdend sind.»
© 2006 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved
Versicherung
Telefontarife


