Mainz - Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat die Gläubigen anlässlich des Osterfests an die Gewaltlosigkeit des Christentums erinnert. »Gewaltverzicht bringt am Ende mehr«, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz laut vorab verbreitetem Redetext in seiner Karfreitagspredigt im Mainzer Dom. Gerade an Ostern werde deutlich, »dass man die Probleme unserer Welt, die Konflikte in ihr und die Auseinandersetzungen vor allem auch um Wahrheit und Gerechtigkeit nicht mit Gewalt lösen kann«.
Gewaltanwendung gehöre zur Alten Welt, das Kreuz als Quelle der Versöhnung und des Friedens sei das grundlegend Neue, erklärte Lehmann. Natürlich tobe auch in unserer Welt die Gewalt in tausend Formen weiter: Von brutalen Schlägen über Mord bis zu subtiler Gewaltanwendung durch chemische Mittel. »Aber dennoch hat Jesus die Macht des Bösen am Kreuz grundlegend besiegt.« Zwar brauche der Glaube eine große Tiefe und einen langen Atem, um die Hoffnung, dass Gewaltverzicht wirksamer sei, aufrecht zu erhalten. »Aber am Ende hat der Recht, der die Liebe bewahrt, solange er lebt und wirken kann«, betonte der Mainzer Bischof.
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