Dakar - Allein und in einem nur sieben Meter langen Boot will Victor Mooney von der Küste Senegals bis nach New York rudern: Wenn der 41-Jährige in rund vier Monaten seine Heimatstadt in den USA erreicht, dürfte er der erste Afroamerikaner sein, der ohne Begleitung in einem Ruderboot den Atlantik überquert hat. Mit seiner Reise wolle er auf die Aids-Epidemie in Afrika hinweisen und an die Route afrikanischer Sklaven nach Amerika erinnern, erklärte Mooney.
«Die Afrikaner haben die Sklaverei durchgemacht, und jetzt machen sie Aids durch und werden wieder niedergeschmettert», sagte Mooney vor seiner Abfahrt am Sonntag. Sein Boot hat weder ein Segel noch einen Motor zur Unterstützung, allerdings ist es sonst technisch bestens ausgestattet. Mooney hat nach eigenen Angaben unter anderem das Navigationssystem GPS an Bord sowie Sonnenkollektoren und Geräte zur Wasseraufbereitung, und er kann über Satellit ins Internet, um seine Reise in einem Blog zu kommentieren. Das Material für das Boot und seine Ausrüstung habe er als Spenden erhalten - insgesamt mehr als 100.000 Dollar. Die französischen Streitkräfte hätten zugesagt, von Flugzeugen aus gelegentlich seine Position zu überwachen, sagte Mooney weiter.
Die Tour hat der 41-Jährige vor rund drei Jahren geplant. Rudern übte er rund um Long Island und New York, zuerst Strecken von 50 Kilometern, später schaffte er 590 Kilometer. Bislang haben der Ocean Rowing Society in Großbritannien zufolge weniger als 50 Menschen allein den Atlantik in einem Ruderboot überquert. Mooney ist nach eigenen Angaben der erste, der von der westafrikanischen Küste aus startet.
Etwa 50 Einwohner versammelten sich, als Mooney am Sonntag in See stach. Auf Verständnis stieß seine nicht ungefährliche Reise dabei nicht bei allen: «Er ist verrückt», sagte Gaston Sabaly. «Jeder will nach Amerika, aber doch nicht so.»
(AP)
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