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Pauken für die Kohle

Neue Kampagne soll die Finanzkompetenz von Schülern steigern - BVI startet Projekt «Hoch im Kurs»

Manfred Rolfsmeier
AP
11.06.2006

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Hamburg - Wenn es ums Geld geht, scheint vielen Jugendlichen das nötige Wissen zu fehlen. Immerhin ist jeder Fünfte im Alter zwischen 13 und 20 Jahren bereits verschuldet. Mit speziellen Bildungsangeboten wollen Finanzdienstleister das Wissen rund ums Geld verbessern. Das jüngste Projekt heißt «Hoch im Kurs» und wurde vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) gestartet.

Zielgruppe sind Schüler der Klassen 10 bis 13. Für sie wurde ein Magazin entwickelt, das in knapper Form über Wirtschaftskreisläufe, Kapitalmarkt und verschiedene Anlagemöglichkeiten informiert. Das Spektrum reicht vom magischen Dreieck der Anlagen über die Bedeutung der Altersvorsorge bis zum Interview mit einer Fondsmanagerin. Außerdem gibt es eine Website mit umfangreichen Informationen und Budgetplaner.

Gleichzeitig haben die Experten Unterrichtsmaterial für Lehrer entwickelt, das bereits an 32.000 Pädagogen verteilt wurde. «In den Schulen hat das Thema Finanzen bisher keinen großen Stellenwert. Aber die Lehrer haben Freiräume, und die wollen wir nutzen», sagt BVI-Sprecher Frank Bock. Die erste Resonanz der Pädagogen sei sehr positiv, zumal sich die Materialien an den Lehrplänen orientierten.

Die Kampagne ist auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt und soll «erweitert und optimiert» werden. Die Gesamtkosten liegen laut BVI «im unteren sechsstelligen Euro-Bereich». Beim BVI verhehlt man nicht, dass die Kampagne auch den Geschäftsinteressen der Mitgliedsunternehmen dient.

Beim Sparen und Anlegen verhalten sich die meisten Jugendlichen äußerst konservativ, wie eine Umfrage des Instituts für Jugendforschung (IJF) ergeben hat. So setzen 65 Prozent der 10- bis 17-Jährigen aufs Sparschwein, 51 Prozent haben ein Sparbuch, 36 Prozent ein Giro- oder Taschengeldkonto. Sieben Prozent haben einen Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung, nur drei Prozent legen ihr Geld in Fonds an. Und die Motivation zum Sparen ist eher gering. Azubis, Berufsanfänger und Studenten legen im Schnitt gerade einmal 4,8 Prozent ihres Einkommens auf die hohe Kante.

Jugendliche als begehrte Zielgruppe

Auch andere Institute haben die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen im Visier. So hat die Citibank in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft 2003 das Bildungsprogramm «Fit für die Wirtschaft» für Schüler der Klassen 8. bis 10. gestartet, das ebenfalls über Wirtschafts- und Finanzthemen informiert und zudem bei der Berufswahl Unterstützung bietet. Über 670 Klassen haben sich bislang an dem Programm beteiligt, wobei Citibank-Mitarbeiter in den Schulen die Rolle der «Wirtschaftstrainer» übernehmen.

Das wohl umfangreichste Projekt ist der «Sparkassen-Schulervice», den es seit fast 30 Jahren gibt und verschiedene Programme für Schüler von der 1. bis zur 13. Klasse bietet. Das Angebot reicht von der Wirtschafts- und Verbrauchererziehung über den Umgang mit Medien bis zum Thema Nachhaltigkeit. Zugleich existiert seit über 20 Jahren das «Planspiel Börse», das vielfach Teil im Unterricht ist. «Rund 75 Prozent aller 40.000 deutschen Schulen haben bereits eines unserer Angebote genutzt, und das Interesse steige weiter, sagt Michaela Roth vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

http://www.fitfuerdiewirtschaft.de

http://www.hoch-im-kurs.de

http://www.sparkassenschulservice.de

 

(AP)

 

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