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Reporter ohne Grenzen mahnt chinesischen Außenminister

Untersuchung zu Angriff auf Regierungskritiker gefordert - Nach ARD-Interview zusammengeschlagen

AP
15.06.2006

Peking - Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat am Donnerstag von der chinesischen Regierung eine Untersuchung zu dem Angriff auf einen Aktivisten gefordert, der unmittelbar nach einem Polizeiverhör wegen eines ARD-Interviews zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. Dies sei mit Blick auf die Berichterstattung über die Olympischen Spiele 2008 in China ein bedenklicher Vorfall, erklärte die in Paris ansässige Organisation.

Reporter ohne Grenzen forderte den chinesischen Außenminister auf, sich einzuschalten. «Ihr Ministerium ist für die Organisation und Regulierung der Arbeit ausländischer Journalisten auf chinesischem Territorium verantwortlich, deshalb sind sie auch für die Sicherheit derjenigen verantwortlich, mit denen diese Interviews führen.»

Der chinesische Regierungskritiker Fu Xiancai wurde bei dem Überfall in der vergangenen Woche so schwer verletzt, dass er vom Hals abwärts gelähmt ist. Das Auswärtige Amt in Berlin schaltete die deutsche Botschaft in Peking ein. Fu hatte sich in dem ARD-Interview am 19. Mai wegen ausbleibender Kompensationszahlungen für die Umsiedlung von rund 1,3 Millionen Menschen während der Bauarbeiten für den Drei-Schluchten-Damm mehrmals bei der Regierung in Peking beklagt.

 

(AP)

 

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