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Italien fordert Kadaver des erschossenen Bären

AP
02.07.2006

SPITZINGSEE, Deutschland: Vermutlich das letzte Foto des wandernden Braunbärs „Bruno“ alias JJ1, das am 25 Juni 2006 von einem Motorradfahrer in Spitzingsee, Süddeutschland geschossen wurde. (ANTON HOETZELSPERGER/AFP/Getty Images)

Rom - Eine Woche nach dem Abschuss von «JJ1» alias «Bruno» bahnt sich ein Streit um das Fell des Bären an. Italien hat Anspruch auf den Kadaver angemeldet. Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio will am Montag seinen deutschen Kollegen formell ersuchen, den toten Bären nach Italien zu transportieren. Das berichtete die deutschsprachige Station des TV-Senders RAI in Bozen am Samstagabend. «JJ1» war im Südtiroler Naturpark Adamello Brenta geboren worden und zwei Jahre mit seinem Zwillingsbruder bei der Mutter «Jurka» aufgewachsen.

Nach den Plänen des bayerischen Umweltministeriums soll der tote Bär ausgestopft und im Museum «Mensch und Natur» am Schloss Nymphenburg ausgestellt werden. Am Montag, 26. Juni, hatten Jäger das Raubtier in der Nähe des Ausflugslokals Rotwandhaus auf einer Almwiese oberhalb des Spitzingsees im Landkreis Miesbach erschossen.

Dagegen hatte der italienische Umweltminister protestiert. Scanio argumentierte, der Bär stehe unter Artenschutz und hätte betäubt und nach Italien transportiert werden können. Der Sprecher des Ministers, Giovanni Nani, sagte am Sonntag auf Anfrage, es gehe nicht um den Anspruch auf eine Jagdtrophäe, sondern darum, auf den Fehler aufmerksam zu machen, der mit dem Erlegen des Bären geschehen sei.

 

(AP)

 

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