Frankfurt/Main - Die Frankfurter Buchmesse lockt in diesem Jahr mit Bestseller-Autoren wie Günter Grass, Donna Leon oder Frank Schätzing. Mehr als 7.000 Verlage aus rund 100 Ländern stellen vom 4. bis zum 8. Oktober in der Mainmetropole ihre Neuheiten vor, wie Buchmesse-Direktor Juergen Boos am Donnerstag sagte. Themenschwerpunkte werden unter anderem Bildung sowie die zunehmende Digitalisierung sein. Das diesjährige Gastland Indien präsentiert ein umfangreiches Rahmenprogramm, das über Lesungen, Filme und Ausstellungen bis zu kulinarischen Spezialitäten reicht.
Boos zeigte sich erfreut, dass sich trotz der Konzentration in der Buchbranche viele kleine und mittelständische Verlage angemeldet hätten. Zugelegt habe auch die Zahl der Verlage aus dem asiatischen Raum sowie die aus Lateinamerika und Südosteuropa. «Die Frankfurter Buchmesse ist immer ein Spiegel der Branche und daher auch ein Spiegel der Entwicklungen in den einzelnen Ländern», sagte er. Der Erfolg beruhe auf dem Nebeneinander der drei Säulen Wirtschaft, Kultur und Gesellschaftspolitik.
Bildung, insbesondere Leseförderung, wird eines der Hauptthemen der Veranstaltung sein. Außerdem steht das Thema Alphabetisierung im Mittelpunkt - dazu wurde die Frankfurt Book Fair Literacy Campaign, kurz LitCam, ins Leben gerufen. Dabei, so betonte Boos, gehe es vor allem darum, neue internationale Netzwerke zu schaffen.
Aus Indien werden 150 Verlage erwartet, wie Nuzhat Hassan ankündigte, die für die Organisation des Gastlandauftritts zuständig ist. Auch zahlreiche indische Schriftsteller werden kommen, darunter so prominente wie Vikram Seth oder Amitav Ghosh. Zur Buchmesse erscheinen 55 indische Werke in deutscher Übersetzung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Autoren, die in einer der 24 indischen Landessprachen schreiben. Indien wolle sich in allen seinen Farben präsentieren, sagte Hassan. Daneben finden in mehreren Frankfurter Museen Ausstellungen zu indischer Kultur statt, Filme werden gezeigt, Konzerte aufgeführt. Auf dem Außengelände der Messe wird ein farbenprächtiger indischer Kunsthandwerkermarkt aufgebaut.
Preisverleihungen zu Beginn und zum Ende der Buchmesse
Auch Comics werden wieder auf der Buchmesse zu finden sein - die Nachfrage der Verleger an Ausstellungsfläche sei extrem hoch, sagte Boos. Deshalb werde überlegt, nächstes Jahr mehr Platz für Comics, Mangas und Cartoons zur Verfügung zu stellen.
Insgesamt umfasst die Buchmesse eine Ausstellungsfläche von 174.000 Quadratmetern, auf denen 380.000 Bücher und Verlagsprodukte präsentiert werden. Von Mittwoch bis Freitag ist die Messe für Fachbesucher geöffnet; das Wochenende steht sie allen offen.
Eingerahmt wird die Buchmesse von zwei Preisverleihungen: Am Montag, 2. Oktober, wird der Deutsche Buchpreis verliehen. Zum Abschluss der Messe am Sonntag, 8. Oktober, findet in der Frankfurter Paulskirche die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels statt. In diesem Jahr bekommt der Soziologe Wolf Lepenies den Preis; die Laudatio hält der rumänische Philosoph und Kunsthistoriker Andrei Plesu.
(AP)
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