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Europäisches Denkmal für getötete Journalisten eingeweiht

2.000 Reporter seit 1944 ums Leben gekommen

AP
07.10.2006

Blick auf die Gedenkstätte in Bayeux für die getöteten Journalisten, Fotografen, Kameramänner und Tontechniker. (AP Photo/Laurent Rebours)

Bayeux/Frankreich - Vertreter der Organisation Reporter ohne Grenzen und der französischen Stadt Bayeux haben am Samstag ein Denkmal für getötete Journalisten eingeweiht. Es besteht aus vier weißen Marmorsäulen, auf denen die Namen von rund 2.000 Reportern, Fotografen, Kameraleuten und Tontechnikern verzeichnet sind, die seit 1944 in Ausübung ihres Berufes getötet wurden.

Einige Angehörige, Freunde und frühere Kollegen der Opfer kamen zu der Zeremonie und legten Blumen an dem Denkmal nieder. Gekommen war auch die libanesische Journalistin Giselle Khoury, deren Mann und Kollege Samir Kassir im vergangen Jahr einem Autobombenanschlag zum Opfer fiel. Die Gedenkstätte geht auf eine Initiative der Bürgermeisterin von Bayeux, Aurélie Viel, und der Organisation Reporter ohne Grenzen zurück. Bayeux war 1944 die erste Stadt, die die Alliierten von den deutschen Besatzern befreiten.

Das Denkmal hat der Architekt Samuel Craquelin entworfen: Ein Weg führt durch einen Kiefernwald vorbei an weißen Steinstelen. In diese sind - unter den jeweiligen Jahreszahlen - die Namen der Journalisten eingraviert. Auf der Liste der Todesopfer stehen auch Deutsche. Der Stern-Reporter Volker Handloik geriet am 11. November 2001 in Afghanistan in einen Hinterhalt der Taliban. In die Stele des Jahres 2003 ist der Name Christian Liebig eingraviert. Der «Focus»-Redakteur wurde am 7. April vor Bagdad in einem Lager der US-Streitkräfte bei einem Raketenangriff getötet.

Der Irak-Krieg ist der gefährlichste Konflikt für Reporter seit dem Zweiten Weltkrieg. 103 wurden getötet, seit die US-Streitkräfte im März 2003 einmarschierten.

 

(AP)

 

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