Stuttgart - Die baden-württembergische Verbraucherzentrale warnt vor dem unüberlegten Abschluss von Lebens- und Rentenversicherungen. Zum 1. Januar 2007 werde der Garantiezins für neu abgeschlossene Kapitallebens- und Rentenversicherungen ein weiteres Mal von 2,75 auf dann 2,25 Prozent gesenkt. Damit würden Versicherungsgesellschaften nun werben.
Dass mehr als die Hälfte der Verträge mit großen Verlusten vor Vertragsende gekündigt würden, zeige, wie wenig geeignet diese Produkte für die Altersvorsorge vieler Anleger seien. «Vielen wissen nicht, dass die vollmundig beworbene Garantieverzinsung bei solchen Versicherungen nur auf die Sparanteile geleistet wird», sagt Niels Nauhauser, Experte für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Um die Sparanteile zu ermitteln, werden von den eingezahlten Beiträgen erhebliche Verwaltungskosten und Provisionen abgezogen.
«Gemessen an den einbezahlten Summen fällt die garantierte Verzinsung dadurch erheblich niedriger aus. Die Werbung mit dem Garantiezins grenzt bisweilen an Irreführung», erklärt Nauhauser. Aus der Beratungserfahrung gehe klar hervor, dass Anleger es häufig vorzögen, beispielsweise bei Bundeswertpapieren garantierte 3,5 bis 4 Prozent normal zu versteuern als eine Nach-Kosten-Rendite von maximal 2 Prozent steuerbegünstigt zu bekommen. Von den mageren Garantiezinsversprechen seien auch Rürup-Verträge und die staatlich geförderten Riester-Rentenversicherungen betroffen.
(AP)
Versicherung
Telefontarife


