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Zinsschnäppchen für Sparer

Direkt- und Filialbanken locken Kunden mit attraktiven Zinsangeboten - Experten empfehlen genaue Prüfung

Manfred Rolfsmeier
AP
29.10.2006 07:10

Hamburg - Für sicherheitsorientierte Anleger lohnt sich wieder die Jagd auf Zinsschnäppchen. Bis zu 4,5 Prozent gibt es derzeit beispielsweise für Tagesgeld-Anlagen mit freier Verfügbarkeit. Allerdings ist nicht jedes Top-Angebot auch wirklich eine lohnenswerte Anlage. «Sparer sollten genau hinschauen, wem sie ihr Geld anvertrauen, denn im Kleingedruckten versteckt sich oft so mancher Haken», sagt Uwe Döhler vom Magazin «Finanztest» der Stiftung Warentest.

Mit einem garantierten Tagesgeldzins von 4,5 Prozent für zwölf Monate wirbt derzeit ein norddeutsches Wertpapierhandelshaus. Zur Verfügung steht das Angebot allerdings nur bis zum 31. Oktober und auch nur bis zu einem Maximalbetrag von 25.000 Euro. Wie hoch die Verzinsung nach Ablauf der zwölf Monate ist, verrät der Anbieter nicht. Sogar 6,0 Prozent bietet eine große Direktbank. Der Top-Zins ist allerdings auf die ersten 5.000 Euro Anlagesumme beschränkt, gilt nur für sechs Monate und bei Eröffnung eines Wertpapierdepots. Für darüber hinaus gehende Beträge gibt es nur noch magere 0,3 Prozent.

Bei den Tagesgeldangeboten gibt es die verschiedensten Varianten und Lockmittel. Die reichen von Tankgutscheinen bis zum Bonus bei einer Reisebuchung. Oftmals gilt der Top-Zins nur für Neukunden, eine Autobank gewährt ihn nur gemeinsam mit einer Kreditkarte, andere Anbieter verlangen die gleichzeitige Eröffnung eines Girokontos oder eines Depots mit gleichzeitigem Kauf verschiedener Finanzprodukte. Bei einigen Kreditinstituten ist ein Mindestanlagebetrag erforderlich, bei anderen gilt der Zins nur bis zu einem knapp bemessenen Maximalbetrag.

«Die Anbieter haben sich die unterschiedlichsten Einschränkungen ausgedacht, und viele angebliche Top-Angebote verdienen diesen Namen nicht», sagt Döhler. «Finanztest» hat daher eine eigene Liste mit den besten 20 Tagesgeldkonten erstellt, die ohne Einschränkungen verfügbar sind. Danach liegt das beste Angebot derzeit bei 3,49 Prozent für Tagesgeld und rangiert damit noch über dem rentabelsten Festgeld-Angebot für sechs Monate, das aktuell 3,40 Prozent bringt.

Die Mehrzahl der Top-Angebote stammt von Direktbanken, und viele von ihnen haben ihren Stammsitz im Ausland. Wichtig für Sparer ist, dass ihr Geld beispielsweise in den Niederlanden, Luxemburg oder Österreich nur bis 20.000 Euro durch die nationalen Einlagensicherungsfonds geschützt ist. Wer mehr anlegen will, sollte es auf mehrere Personen oder Anbieter verteilen. Bei deutschen Instituten ist entscheidend, dass sie dem Einlagensicherungsfonds der Banken angeschlossen sind, denn so sind auch große Vermögen praktisch uneingeschränkt geschützt. Demgegenüber erhalten Kunden, deren Bank nur der gesetzlichen Einlagensicherung angehört, im Fall einer Bankpleite nur maximal 20.000 Euro zurück.

Sparbuch trotz Magerzins begehrt

Rund 156 Milliarden Euro haben die Bundesbürger derzeit gespart. Ungeachtet der zahlreichen attraktiven Angebote geben sich viele mit Magerzinsen zufrieden. So setzen 53 Prozent nach einer aktuellen Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes auf das klassische Sparbuch, obwohl das oft gerade einmal mit einem Prozent verzinst wird.

Zudem werden Sparer ab 2007 vom Fiskus stärker zur Kasse gebeten, denn dann sinkt der Sparerfreibetrag von derzeit 1370 Euro auf 750 Euro (Verheiratete: von 2740 Euro auf 1500 Euro). Betroffen davon sind alle festverzinslichen Anlagen, und das machen sich bereits mehrere Anbieter zu Nutze. So bietet eine große Filialbank ein Konto mit Sofortzins-Option an. Wer Summen bis zu 250.000 Euro für eine Laufzeit zwischen zwei und vier Jahren anlegt, erhält darauf jährlich 3,1 Prozent, und die gesamten Zinsen werden noch in diesem Jahr ausgezahlt, damit der Sparer noch vom höheren Freibetrag profitiert.

http://www.dsgv.de

http://www.finanztest.de

 

(AP)

 

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