Wolfsburg/Kaluga - Der Volkswagen-Konzern hat den Bau seines ersten Werkes in Russland in Angriff genommen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder und der russische Wirtschaftsminister German Gref legten nach Mitteilung des Unternehmens am Samstag den Grundstein für eine Autoproduktion in der nahe Moskau gelegenen Stadt Kaluga. Der Vertrag für das Werk war bereits im Mai dieses Jahres unterzeichnet worden.
Nach Angaben des größten europäischen Autobauers soll in Kaluga bereits im kommenden Jahr mit der Montage von teilzerlegten Fahrzeugen der Marken Volkswagen und Skoda begonnen werden. 2009 werde dann die volle Produktion mit einer jährlichen Kapazität von 115.000 Fahrzeugen für den russischen Markt aufgenommen.
In dem Werk auf einem 400 Hektar großen Gelände am Rande der Stadt werden laut VW bis zu 3.500 Arbeitsplätze entstehen. Weitere seien durch die Ansiedelung von Zulieferern zu erwarten. Die Investitionen von Volkswagen in Kaluga haben dem Vernehmen nach ein Volumen von 370 Millionen Euro. Die Stadt Kaluga hat rund 330.000 Einwohner und befindet sich etwa 150 Kilometer südwestlich von Moskau.
Nach den bisher vorliegenden Plänen sollen in der ersten russischen VW-Fabrik zunächst der Skoda Oktavia und später auch die Volkswagenprodukte Polo, Passat und Tuareg vom Band rollen. Alle drei VW-Modelle sind in Russland sehr beliebt. Nach Angaben Pischetsrieders soll laut «Spiegel Online» ferner ein speziell auf den russischen Markt zugeschnittenes Modell konzipiert werden, das 2009 in Produktion gehen soll. Dabei wolle VW mit heimischen Zulieferern zusammenarbeiten. Vorgesehen sei, 60 bis 70 Prozent der Bauteile aus Russland zu beziehen.
In den vergangenen Jahren haben sich bereits andere wichtige Autobauer bemüht, auf dem russischen Markt mit eigenen Werken Fuß zu fassen. Dazu gehören unter anderem Toyota mit einem 140 Millionen Dollar teuren Werk bei St. Petersburg und Renault mit einer 250-Millionen-Dollar-Produktionsstätte in Moskau. Nach der aktuellen Statistik kommen in Russland zurzeit rund 155 Autos auf jeweils 1.000 Einwohner, was in etwa der Autodichte in Argentinien entspricht. Zum Vergleich: In Deutschland hat in etwa jeder zweite Bürger ein Auto und in Polen jeder vierte.
(AP)
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