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Abgewanderte Ostdeutsche kehren gerne in die Heimat zurück

Unterstützende Maßnahmen könnten Bevölkerungsverlust in Ostdeutschland bremsen

AP
02.11.2006

Leipzig - Aus Ostdeutschland abgewanderte Menschen kehren den Ergebnissen eines Forschungsprojekt zufolge gerne in ihre angestammte Heimat zurück. Bei den Zuwanderern in den Städten liegt der Anteil der Rückkehrer bei rund 30 Prozent, während es in den ländlichen Gebieten bis über 50 Prozent sein können, wie die am Donnerstag in Leipzig vorgestellte Studie zeigt. «Die ostdeutschen Kommunen und Länder wären gut beraten, diese Rückkehrwilligkeit zu fördern», sagte Hans-Liudger Dienel, der das Projekt leitete.

Die ostdeutschen Länder seien im Kampf um die besten Köpfe besonders gefordert, erklärte Dienel. Deshalb sollten sich zum Beispiel Hochschulen und Universitäten auch mit besonderer Kinder- und Familienfreundlichkeit zu profilieren versuchen. Während nämlich rund 60 Prozent der Akademiker ohne Familie ihren ostdeutschen Studienort nach dem Abschluss verließen, blieben 70 Prozent der befragten Studenten mit Kindern dort. Ähnliches gelte auch für das Personal, für das familienfreundliche Hochschulen eine höhere Anziehungskraft habe.

Wie die Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung weiter ergab, nehmen die Rückwanderer sogar eine Verschlechterung ihrer beruflichen Situation in Kauf, wenn sie in die Heimat zurückkehren können. Für 60 Prozent der Rückkehrer waren private Gründe für die Rückwanderung Ausschlag gebend. Die Bindungen an die Familie, aber auch an Vereine und andere soziale Strukturen seien diesen Menschen wichtig.

«Der Bevölkerungsverlust in den neuen Ländern kann zwar nicht gestoppt oder gar umgekehrt, aber doch gebremst werden», sagte Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Zu- und Rückwanderung sollten deshalb nach Dienels Worten im Rahmen eines Bund-Länder-Programmes politisch unterstützt werden. Kommunen könnten oft die Arbeit etwa von Rückkehragenturen nur kurzzeitig finanzieren. Diese seien aber gute Instrumente, um die Zuwanderung nach Ostdeutschland zu unterstützen. So wie Wirtschaftsförderung geleistet werde, solle auch Rückwanderung gefördert werden.

Dienel verteidigte auch die im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelte so genannte Heimatschachtel. Während im Inland oft hämisch über das Projekt berichtet worden sei, habe man im Ausland ein deutlich positiveres Echo gefunden. «Und die Empfänger der Heimatschachteln haben sich sogar enthusiastisch geäußert», sagte Dienel. 18- bis 30-jährige Magdeburger, die die Stadt verlassen hatten, bekamen in der Heimatschachtel unter anderem Gutscheine für Bars und Heimspiele des SC Magdeburg, regionale Produkte und ein Abonnement für die Online-Ausgabe der Tageszeitung «Magdeburger Volksstimme» zugeschickt. Ergänzt wurde dies mit Informationen zu Rückkehroptionen und Existenzgründungen in Ostdeutschland.

 

(AP)

 

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