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Stefanie Hertel will für Schutz des weißen Rehs singen

Für Unterbringung im Tierpark - Volksmusikstar plant am 7. Dezember in Meißen ein Benefiz-Konzert

AP
03.11.2006

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Dresden - Der Streit um einen Abschuss des seltenen weißen Rehs in den Wäldern der erzgebirgischen Gemeinde Oberlungwitz hat das Volksmusik-Paar Stefanie Hertel und Stefan Mross auf eine Idee gebracht. Laut «Bild»-Zeitung wollen die beiden am 7. Dezember im Theater von Meißen ein Benefiz-Konzert veranstalten. Die Gage soll dem Tierpark in Meißen gespendet werden, damit es das Reh aufnimmt und damit vor Jägern schützt.

Dieses wunderschöne Tier dürfe niemals sterben, sagte die Sängerin dem Blatt. «Es kann doch nichts dafür, dass es ein Albino ist.» Sie werde singen, damit «Rehweißchen nicht stirbt».

Unterdessen dementierte der sächsische Landesjagdverband Medienberichte, wonach es einen Schießbefehl für das weiße Reh gibt. Der einzige zum Abschuss berechtigte Jäger habe bereits erklärt, dass er es nicht erlegen werde, hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes. Auch der Präsident des Jagdverbandes, Günter Giese, sei weder in der Lage noch gewillt, diesem Jäger einen Schießbefehl zu erteilen. Giese hatte zuvor jedoch in «Bild» den Abschuss des weißen Rehs gefordert.

Der Landesjagdverband erklärte, das Auftreten eines weißen und damit farblosen Tieres sei etwas völlig Natürliches. Unter Umständen könne der Abschuss aber auch eine Erlösung für das betreffende Tier sein. Durch Sehschwäche und Ausgrenzung aus dem Sozialverband seiner Artgenossen sei dessen Lebensqualität stark eingeschränkt, hieß es weiter.

Eine Sprecherin des sächsischen Umweltministeriums betonte, dass ein Albino-Reh keinen gesonderten Artenschutzbestimmungen unterliege. Es werde ebenso behandelt wie seine rotbraunen Artgenossen. Erfahrungsgemäß hätten es solche Tiere aber deutlich schwerer in der freien Natur, betonte die Sprecherin. Ein weißes Reh sei eine Laune der Natur. Man sollte es einfach leben lassen. Es gebe keinen Grund, es abzuschießen.

Auch der Verein Europäischer Tier- und Naturschutz (ETN) kritisierte Abschussüberlegungen: «Ein Reh allein wegen seiner Hautfarbe zu töten, ist durch nichts zu rechtfertigen», sagte der geschäftsführende Vorstand Norbert Günster.

Laut einer alten Jagdlegende soll man ein weißes Reh nicht schießen, denn sonst stirbt jemand aus der Familie des Jägers.

 

(AP)

 

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