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Durch Umrüsten auf Autogas droht Neuwagen oft Verlust der Garantie

Umfrage der Verbraucherzentrale NRW

AP
29.11.2006

(Photo by Paul Kane/Getty Images) Werbung in Australien für Autos mit Flüssiggasantrieb

Düsseldorf – Steigende Spritpreise verlocken immer mehr Autokäufer dazu, ihre neuen Wagen von Benzin auf Flüssiggasantrieb (LPG) umrüsten zu lassen. „Die Ersparnis kann sich leicht ins Gegenteil verkehren wenn sich irgendwann nach der Umrüstung Schäden an Motor oder Motorelektrik, an Lambdasonde oder Katalysator einstellen“, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bevor ein Autobesitzer sein Fahrzeug umrüstet, sollte er sich vorher über die Folgen informieren.

Bei vielen Marken besteht nämlich ein enormes Risiko im Hinblick auf die Garantie, wie eine Umfrage der Verbraucherschützer bei 20 Unternehmen ergeben hat. Wegen des Umbaus fühlen sich die meisten Pkw-Hersteller nicht mehr an ihre Neuwagen-Garantie gebunden.

Deshalb raten die Verbraucherschützer: Bei Automarken, bei denen die Garantie verfällt, sollten die Pkw-Besitzer auf die Umrüstung verzichten. Fallen die Aggregate aus, drohen gleich mehr als zwei Drittel der befragten Autofirmen die Garantie zu verweigern. Lediglich Citroën, Chevrolet, Kia, Lada, Mitsubishi und Subaru würden unter der Bedingung, dass die Gasanlage fachgerecht eingebaut wird, die volle Herstellergarantie gewährt, berichten die Verbraucherschützer.

Viele Käufer neuer Pkw fühlten sich zudem über die Folgen und Risiken einer Umrüstung von Umbau-Betrieben wie auch von Pkw-Herstellern unzureichend informiert, wie zahlreiche Anfragen und Beschwerden bei der Verbraucherzentrale NRW belegten, hieß es weiter. Die mangelnde Aufklärung wiege umso schwerer, als vom boomenden Markt auch jede Menge Firmen profitieren wollen, denen Fachkenntnis und Erfahrung fehlten. So spreche denn auch die Kfz-Branche selbst von „schwarzen Schafen“ in ihren Reihen. Eine hundertprozentige Sicherheit böten auch spezielle Zusatzgarantien nicht, die versprechen, für etwa 100 Euro mögliche Schäden durch die Autogasumrüstung zu decken.

Prinzipiell sei Autogas aber eine finanziell attraktive Alternative zu Benzin, erklärte die Verbraucherzentrale weiter. Zumal die steuerliche Begünstigung bis 2018 währe. Eine fachgerechte Umrüstung kostet den Angaben zufolge derzeit für einen Mittelklassewagen insgesamt um die 2.200 bis 2.400 Euro. Die Investition lohne sich für Fahrzeuge durchschnittlich nach etwa 50.000 Kilometer. „Um unliebsame Überraschungen bei Zulassung und Sicherheit zu vermeiden, ist es ratsam, weder im Ausland umrüsten zu lassen noch zu Selbstbausätzen zu greifen“, raten die Verbraucherschützer weiter.

(AP)

 

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