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Bewegung gegen Rückenschmerzen

Vorbeugekampagne und integrierte Therapie für „Epidemie der Neuzeit“

AP
06.12.2006

Berlin – Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit, die sich in den allermeisten Fällen durch mehr Bewegung verhindern ließe. Darauf hat die Techniker-Krankenkasse in Berlin am Mittwoch aufmerksam gemacht. Sie stellte die Vorbeuge-Initiative „Rückhalt für Deutschland“ vor und ein spezielles Therapiekonzept für diejenigen ihrer Versicherten, bei denen das schmerzhafte Problem chronisch zu werden droht.

„Rückenschmerzen sind eine Epidemie der Neuzeit und die teuerste Krankheit der gesetzlichen Krankenkassen“, erklärte der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, Thomas Nolte. Zwei von drei Menschen in Deutschland leiden den Angaben zufolge mindestens ein mal im Jahr unter Kreuzweh; fast jeder zehnte Krankheitstag geht darauf zurück. Das macht insgesamt 30 Millionen Fehltage im Jahr aus und 25 Milliarden Euro Kosten für die Kassen. Dabei ließen sich 80 Prozent der Fälle durch mehr Bewegung und Training der vernachlässigten Rückenmuskulatur vermeiden.

Daher will die gemeinsam mit dem Mediziner Dietrich Grönemeyer initiierte Vorbeugekampagne mit Angeboten auch in der Schule oder am Arbeitsplatz Informationen bieten und die ganze Familie in Bewegung bringen. Grönemeyer nannte es desaströs, dass 60 Prozent aller 50- bis 60-Jährigen keine drei Treppen mehr steigen könnten, ohne außer Atem zu geraten oder Schmerzen zu bekommen. Schon Schulkinder bewegten sich gerade noch 15 Minuten täglich so intensiv, dass sie aus der Puste kämen. Daher forderte er täglich eine Stunde Schulsport sowie die Einführung von Gesundheitsunterricht.

Von den Rückenpatienten seien in der Regel 90 Prozent nach vier Wochen wieder genesen, ob mit oder ohne Behandlung, erklärte Nolte. Die restlichen zehn Prozent aber würden oft hilflos hin und her geschickt, bis sie in einer Schmerztherapie landeten. Um zu verhindern, dass der Schmerz chronisch wird, bietet die TK für ihre Versicherten von 18 bis 58 Jahren ein integriertes Behandlungskonzept aus Schmerz-, Physio- und Verhaltenstherapie an, dass in vier bis acht Wochen zum Erfolg führen soll. Die Teilnehmer seien früher schmerzfrei und im Durchschnitt nur halb so lange krankgeschrieben wie üblich. Angeboten wird es bislang in fünf Schmerzzentren, Anfang 2007 kommen weitere hinzu.

http://www.rueckhalt-fuer-deutschland.de/

http://www.tk-online.de/

 

(AP)

 

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