Peking – Der weiße Flussdelfin im Jangtse ist nach Einschätzung eines internationalen Forscherteams praktisch ausgestorben. Zwar könnte es noch ein paar Exemplare des so genannten Baijis im östlichen Verlauf des chinesischen Stromes geben. Die Anzahl würde für eine ausreichende Fortpflanzung zur Arterhaltung aber nicht ausreichen, sagte einer der Expeditionsleiter, der Schweizer Wissenschaftler August Pfluger, in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Er sprach von einer Tragödie nicht nur für China, sondern für die ganze Welt.
„Wir haben den Wettlauf mit der Zeit verloren“, klagte Pfluger. Als Gründe nannte er das technische Gerät der modernen Schifffahrt, das den Navigationssinn der Delfine störe, sowie die hohe Wasserverschmutzung. Beides habe den Tieren den Zugang zu Nahrungsquellen versperrt. Der fast blinde Baiji lebte fast 20 Millionen Jahre lang im Jangtse und ist eine der ältesten Delfinarten überhaupt. Experten sehen in seinem faktischen Aussterben ein schlechtes Zeichen für das künftige Schicksal großer Fluss- und Meeressäuger. In den 50er Jahren ist bereits die Mönchsrobbe der Karibik wegen überhöhter Jagd ausgestorben.
(AP)
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