Heidelberg – Bei der bislang größten Autismus-Studie sind zwei neue Genabschnitte entdeckt worden, die bei der Entstehung der Krankheit eine wichtige Rolle spielen. An dem Autism Genome Project sind mehr als 120 Experten aus 19 Ländern beteiligt, darunter auch Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Sie untersuchten mit Hilfe der Gen-Chiptechnologie mehr als 1.100 Familien, in denen mindestens zwei Mitglieder an Autismus erkrankt waren, auf genetische Gemeinsamkeiten. Dabei stießen sie auf eine Region auf dem Chromosom 11 sowie auf das Gen für Neurexin 1. Dieses Protein kommt in Nervenzellen vor und spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Synapsen, den Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen.
Die Identifizierung des Neurexin-Gens deutet an, dass eine bestimmte Gruppe von Nervenzellen, die Glutamat-Neuronen, sowie die daran beteiligten Gene entscheidend an der Entstehung von Autismus mitwirken. Autismus ist eine Störung der Gehirnentwicklung, die sich etwa durch eingeschränkte Sozialkontakte, verzögerte Sprachentwicklung und stereotype Verhaltensweisen äußert. Die Krankheit ist zu über 90 Prozent genetisch bedingt, wobei vier Mal mehr Jungen als Mädchen betroffen sind. (AP)
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