Stuttgart – Die sommerlich wiederkehrende Stechmückenplage in Skandinavien wird alle sieben Jahre zu einer echten Gefahr für die Gesundheit. Dann können die Mücken eine Viruskrankheit übertragen, die zu Hautausschlägen und Gelenkbeschwerden führt, wie der Arzt Jan Lundström von der Universität Uppsala in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ berichtet. Die nächste Epidemie sagt er für 2009 voraus und rät vorbeugend zu Moskitonetz und mückenabweisenden Mitteln.
In Schweden und Finnland ist die so genannte Ockelbo-Krankheit vor allem zwischen dem 60. und 64. Grad nördlicher Breite als Beeren- und Pilzsammlerkrankheit bekannt. Laut Lundström tritt sie nur von Ende Juli bis Oktober auf und beginnt fünf bis zehn Tage nach einer Stechmückenattacke als Hautausschlag am Kopf oder auch am ganzen Körper.
Aus roten Flecken werden Knötchen und Bläschen, ähnlich wie bei den Windpocken. Diese heilen nach wenigen Tagen ab, auch das Fieber und die Rachenentzündungen verschwinden, doch mit den gleichzeitig auftretenden Gelenkbeschwerden quälen sich die Betroffenen mitunter über Monate, zuweilen sogar Jahre, wie Lundström betont. Kinder sind aber so gut wie nie betroffen.
Wieso die Krankheit mit biblischer Regelmäßigkeit alle sieben Jahre auftrete, sei unklar, sagt der Experte. Die Erreger gehörten zu den Sindbis-Viren, die nach einem Ort bei Kairo benannt worden seien. Dort, wie in weiten Teilen Afrikas, Südasiens und Australiens träten ähnliche Erkrankungen auf. (AP)
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