Hamburg – Der sinkende Ölpreis lässt auch Autofahrer durchatmen. Aufgrund der aktuellen Entspannung auf dem Rohölmarkt rechnen Experten auch mit einem weiteren Rückgang bei den Benzinpreisen in Deutschland. „Wird Öl noch billiger, kann der Benzinpreis in den nächsten Wochen auf 1,30 Euro pro Liter fallen“, sagte die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, Gertrud Traud, der „Bild“-Zeitung. Voraussetzung sei, dass der Euro weiter stark bleibe.
Damit wäre Benzin 30 Cent günstiger als bei seinem Rekord Anfang Juli. Damals waren für einen Liter durchschnittlich 1,60 Euro fällig. Schon jetzt hat sich die Situation entspannt: Donnerstagmittag kostete ein Liter Super an deutschen Tankstellen nach Angaben aus der Mineralölbranche im bundesweiten Durchschnitt 1,46 Euro. Für einen Liter Diesel mussten Autofahrer 1,43 Euro zahlen.
Auch Allianz-Chefökonom Michael Heise hält einen Preis von 1,30 Euro für möglich. Sollte die Situation in den Erdölförderländern stabil bleiben, könnte der Ölpreis in den nächsten Monaten um ein Viertel fallen. „Das dürfte den Benzinpreis wieder auf 1,30 Euro drücken“, sagte Heise laut „Bild“.
Das Fachblatt „Energie Informationsdienst“ (EID) ist mit seiner Einschätzung vorsichtiger. „Es ist schwer, eine derartige Prognose abzugeben, weil so viele Faktoren auf den Preis wirken, dass man sie gar nicht alle einschätzen kann“, sagte EID-Chefredakteur Rainer Wiek der AP.
Richtig sei aber: „Die Blase ist angekratzt.“ Es sei zu beobachten, dass die Nachfrage anscheinend aufgrund der Konjunktureintrübung geringer werde. Das seien schlechte Zeiten für hohe Preise. „Aber die grundsätzliche Richtung beim Ölpreis und damit auch bei den Produktpreisen lautet: Es bleibt teuer“, sagte Wiek.
Nach monatelangem Höhenflug ist der Ölpreis seit seinem Rekordwert von mehr als 147 Dollar Mitte Juli auf Talfahrt. Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl im elektronischen Handel der New Yorker Börse rund 126 Dollar. (AP)
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