Moskau – Tausende Menschen haben am Dienstag trotz strömenden Regens dem russischen Schriftsteller und früheren Dissidenten Alexander Solschenizyn die letzte Ehre erwiesen. Sie schritten am offenen Sarg des Literaturnobelpreisträgers vorbei, vor dem eine militärische Ehrenwache postiert war. Die Beisetzung findet am Mittwoch im Moskauer Donskoi-Kloster statt.
Solschenizyns Witwe Natalia kämpfte mit den Tränen, als sie mit ihren Söhnen und Enkeln am Sarg stand, während die Moskauer daran vorbei schritten und Blumen niederlegten. Der in der Sowjetunion geächtete Dissident starb am Sonntag im Alter von 89 Jahren in seinem Haus außerhalb von Moskau. Sein Buch über den „Archipel Gulag“ demaskierte 1973 das System der sowjetischen Straflager.
Nach seinem Tod wurden ihm jetzt aber in der Halle der Russischen Akademie der Wissenschaften alle staatlichen Ehren zuteil. Unter den Trauergästen war auch Ministerpräsident Wladimir Putin, der zuvor acht Jahre Präsident Russlands war.
Die meisten Trauergäste waren 50 Jahre alt oder älter. Sie hatten noch Solschenizyns Bücher gelesen, als sie in den 60er und 70er Jahren veröffentlicht wurden. Für die meisten Jugendlichen in Russland ist er aber nur noch eine Gestalt einer längst vergangenen Zeit. (AP)
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