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Uran im Trinkwasser

Foodwatch rügt mangelnde Information über Uran im Trinkwasser

Städtetag fordert Klärung von Bund und Ländern – Wasserversorger warnen vor Panik

Matthias Armborst
AP
07.08.2008

Trinkwasser oder nicht - das ist hier die Frage. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert Angaben über die Uranbelastung des Trinkwassers auf der Rechnung. Nach gesetzlichen Vorgaben müssten schon heute Verbraucher bei Gefahren für die Gesundheit informiert werden. Die Versorger warnten unterdessen vor übertriebener Aufregung. Die Uran-Werte seien bekannt. Zudem gelte für die meisten deutschen Regionen Entwarnung; betroffen seien einzelne "Hotspots". (AP Photo/Jens Meyer)
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Frankfurt/Main – Auf jeder Trinkwasserrechnung soll nach dem Willen der Verbraucherorganisation Foodwatch künftig die Uranbelastung dokumentiert werden. „Die Informationshoheit der Beamten zählt mehr als das Informationsrecht der Bürger“, kritisierte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode in der „Berliner Zeitung“. „Deshalb fordern wir die Informationspflicht auf der Wasserrechnung, und zwar sobald der Wert über zwei Mikrogramm liegt, also der für Säuglingsnahrung geltenden Obergrenze.“ Nach gesetzlichen Vorgaben müssten Verbraucher schon heute bei Gefahren für die Gesundheit informiert werden.

Der Deutsche Städtetag verlangt von Bund und Ländern, die Diskussion über einen Grenzwert zügig zu führen. „Wenn ein Grenzwert zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung nötig ist, werden die Städte selbstverständlich sicherstellen, dass dieser auch eingehalten wird“, sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus der Nachrichtenagentur AP. Dass Menschen in den betroffenen Regionen beunruhigt seien, müsse ernst genommen werden.

Die Versorger warnten unterdessen vor übertriebener Aufregung. „Die Debatte ist nichts Neues“, sagte Berthold Niehus, Bereichsleiter bei der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW) in Bonn, der „Frankfurter Rundschau“. Die Uran-Werte seien bekannt. Zudem gelte für die meisten deutschen Regionen Entwarnung; betroffen seien einzelne „Hotspots“.

Bereits im April habe der Verband seine Wasserwerke angeschrieben und auf Lösungsmöglichkeiten hingewiesen, erklärte er. Oftmals reiche es, die Zulauf-Bereiche von Brunnen abzuschotten. Das Uran trete meist in unterirdischen „Nestern“ auf. „Wenn ein Brunnen zufällig in ein solches Nest abgeteuft wurde, kann ein nahe gelegener anderer bereits gering belastet sein.“

Städtebund spricht von Einzelfällen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund betonte, die Kommunen nähmen das Problem ernst. Trinkwasser in Deutschland sei aber „das bestkontrollierte Lebensmittel in Europa“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Hinsichtlich des erhöhten Urangehalts handle es sich „nur um ein punktuell auftretendes Problem“.

So habe die von der Verbraucherorganisation Foodwatch erhobene Studie in 98 Prozent der Fälle einen Messwert ermittelt, der deutlich unter dem Richtwert des Umweltbundesamtes von 10 Mikrogramm pro Liter liege. Wenn Bund und Länder verbindliche Grenzwerte vorschreiben wollten, müssten sie zugleich sicherstellen, dass „die damit verbundenen Kosten für zusätzliche Uranfilteranlagen auch finanziert werden“.

In Bayern sorgt das Uran für Parteien-Streit

In Bayern sorgt das Thema Uran inzwischen für handfesten politischen Streit. Mit 39,9 Mikrogramm Uran pro Liter Wasser war im unterfränkischen Landkreis Haßberge der deutschlandweit höchste Urangehalt gemessen worden. Die Opposition warf der Landesregierung Verharmlosung vor: „Das Problem ist seit Jahren bekannt, und die CSU-Staatsregierung blockiert und verzögert nur und ist nicht bereit, für den Schutz der Bevölkerung einzutreten“, sagte die umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Susann Biedefeld. Eine Filterung würde nur rund 15 Euro pro Person und Jahr kosten.

Umweltminister Otmar Bernhard wies die Kritik zurück. „Aus bayerischen Wasserhähnen kommt gesundes Trinkwasser, das unbedenklich genossen werden kann“, sagte er. Der Freistaat setze alles daran, Wasser so rein wie nur irgend möglich zu halten. Als eines der ersten Länder überhaupt habe Bayern Urangehalte im Grund- und Trinkwasser ermittelt und Minimierungsziele empfohlen. (AP)

 


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