Wien – Österreich im Venus-Fieber: Genau 100 Jahre nach ihrer Entdeckung erfreut sich die „Venus von Willendorf“ größerer Beliebtheit als je zuvor. Die rund 25.000 Jahre alte Kalksteinfigur wurde am 7. August 1908 in Willendorf in der Wachau gefunden und soll aus diesem Anlass am Freitag eben dort zur Schau gestellt werden.
Am Donnerstag endete im Landesmuseum St. Pölten eine Sonderausstellung über die nur elf Zentimeter große Statue mit ihren üppigen Ausmaßen – eine der ältesten Frauendarstellungen der Welt. Diese Schau war begleitet von Erfindungen wie „Venus-Wein“, „Venus-Schokolade“ und Pfannkuchen mit „Venus-Marmelade“. Die zahlreichen Besucher zeigten sich immer wieder begeistert über die ungewöhnliche Skulptur aus der jüngeren Altsteinzeit, die normalerweise im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen ist.
Dass sie als „Venus“ bezeichnet wird, ist aufgrund ihrer Körperausstattung naheliegend. Ob es sich dabei allerdings wirklich um das Abbild einer Göttin handelt, ist unbekannt. Vielleicht war die Statue auch nur ein Glücksbringer oder gar ein prähistorisches Pornografie-Objekt. Ein Symbol der Fruchtbarkeit scheint sie aber allemal zu sein.
Die Einwohner von Willendorf bekundeten jedenfalls große Freude darüber, „ihre“ Venus am Freitag vor Ort zu haben, bevor sie am Samstag nach Wien zurückkehrt. Dort wird sie dann wieder im Naturhistorischen Museum zu sehen sein – in Gesellschaft von anderen antiken Venus-Figuren aus Österreich, der Slowakei und Tschechien. Diese neue Sonderausstellung ist bis zum 1. Februar 2009 zu sehen. (AP)
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