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Der charismatische Star

Großes Kino: Robert de Niro hat Geburtstag

Robert De Niro wird 65 Jahre alt – Weltruhm in den Filmen von Martin Scorsese erlangt

Wolfgang Hübner
AP
11.08.2008

Robert de Niro. (Valery Hache/AFP/Getty Images)

Frankfurt/Main – Wenn Schauspieler nach dem Kollegen befragt werden, den sie am meisten bewundern oder dessen Vorbild sie nachstreben, wird besonders oft Robert De Niro genannt. Der Amerikaner aus New York, der am 17. August 65 Jahre alt wird, gilt als ein Mann, der sich zumindest früher mit unvergleichlicher Besessenheit und Konsequenz seinen künstlerischen Herausforderungen gestellt und diese gemeistert hat. Dafür ist De Niro vielfach ausgezeichnet und geehrt worden, auch mit zwei Oscars. Was aber wichtiger ist: Sein Name ist ein Synonym für Schauspielkunst auf der Leinwand geworden.

Diesen besonderen Ruhm hat De Niro seiner Mitwirkung in den Filmen des Regisseurs Martin Scorsese zu verdanken. 1976 wurde der Sohn eines Künstlerehepaares in der Rolle eines Amok laufenden Vietnamveterans zum Weltstar in Scorseses Meisterwerk „Taxi Driver“. Mit beängstigender Intensität verkörperte De Niro in diesem Film einen „Rache-Engel“, der nach innerer Vereinsamung in der Großstadt New York ein Blutbad anrichtet und doch zum Helden wird. Vier Jahre später übertraf der Schauspieler, abermals in einem Film von Scorsese, diese Leistung noch in der Rolle des Boxers Jake La Motta in „Wie ein wilder Stier“.

Um auch den alternden Boxer noch glaubhaft darstellen zu können, legte der nicht besonders große De Niro 50 Pfund zu seinem Normalgewicht zu, nachdem er zuvor schon über Monate Boxunterricht bei dem realen La Motta genommen hatte. Dass ihm dafür 1981 der Oscar für den besten Schauspieler verliehen wurde, war fast schon eine Selbstverständlichkeit. Bereits 1975 konnte De Niro den Nebenrollen-Oscar für seines Darstellung des jungen Vito Corleone in Francis Ford Coppolas zweitem „Paten“-Film gewinnen. Auch 1978 hätte der Schauspieler, der sich mit jeder seiner Figuren so vollständig zu identifizieren wusste, den Preis für seine Leistung in dem Vietnam-Klassiker „The Deer Hunter“ (“Die durch die Hölle gehen“) verdient gehabt.

Auch als Produzent und Regisseur profiliert

Von den 80er Jahren bis in die Gegenwart war und ist De Niro in unzähligen Rollen auf den Leinwänden zu sehen. Auf einen Darsteller solchen Formats und solcher Wandlungsfähigkeit wollten die besten amerikanischen Regisseure, allen voran Scorsese, nicht verzichten. Und der Star lässt sich längst auch für Nebenrollen verpflichten, denen er noch stets den eigenen Stempel aufzudrücken pflegte: „Mein Motto ist, wenn der Film funktioniert, wenn mein Charakter stimmig ist, geht das in Ordnung.“

Welch guter Komödiant De Niro ist, konnte der manchmal von gewissen schauspielerischen Manierismen nicht ganz freie New Yorker in der Filmkomödie „Reine Nervensache“ 1999 unter Beweis stellen, als er einen Mafiaboss am Ende seiner Nerven köstlich ironisch verkörperte.

Nicht nur als charismatischer Schauspieler von Weltrang, sondern auch als Produzent und Regisseur hat sich De Niro profiliert. Seit 1989 ist er Besitzer der Firma TriBeCa in New York, die für die Produktion anspruchsvollere Filme bekannt ist. Nach seiner ersten Kinoinszenierung „A Bronx Tale“ 1993 hat De Niro 2006 seine zweite Regiearbeit mit dem glänzend besetzten CIA-Epos „Der gute Hirte“ vorgelegt, in dem er selbst einen General der Spionageabwehr mimte und gute Kritiken erntete.

Der Ritter der französischen Ehrenlegion wurde 2008 in Deutschland mit der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Eine Erkrankung an Prostatakrebs hat der Schauspieler und vierfach Vater von Söhnen aus verschiedenen Verbindungen offenbar überwunden. Und so wird er vor und auch hinter der Kamera auch nach Ereichen des Pensionsalters weiter wirken, denn Robert De Niro bleibt ein Publikumsmagnet im Kino. (AP)

 

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