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Frankfurt/Main – Zohan, ehrfurchtsvoll „der Zohan“ genannt, ist ein israelischer Elite-Agent, der bei Freund und Feind gleichermaßen legendär ist. Auch am Strand, wo Frauen beim Anblick seines riesigen Gemächts in engen Badehosen Stielaugen kriegen, macht der Sunnyboy eine Superfigur. Doch Zohan hat das Kämpfen satt und hegt seit langem eine heimliche Leidenschaft: Er will Friseur werden. Deshalb taucht er in der am 14. August anlaufenden Komödie „Leg dich nicht mit Zohan an“ nach einem Scharmützel mit seinem Erzfeind „The Phantom“ unter und verdünnisiert sich nach New York.
Inspiriert vom Frisurenkatalog eines (tatsächlich existierenden) Starfriseurs aus den 80ern, den er wie seinen Augapfel hütet, stellt er sich bei besagtem Figaro vor, wird aber ausgelacht. Das kann einen Zohan nicht schrecken, und so ergattert der geschmacksresistente 80er-Jahre-Fan schließlich bei der arabischen Salonbesitzerin Dalia inkognito einen Job als Putze.
Mit Fön und Potenz steigt er bald zum Stylisten auf, dank dessen Spezialbehandlungen die Kundinnen Schlange stehen. Sein Ruhm lässt seine Tarnung auffliegen; arabische Taxifahrer und nicht zuletzt Topterrorist „The Phantom“, der sich in New York mit einer Fast-Food-Kette ins zivile Dasein gerettet hat, kommen ihm auf die Schliche.
Sexbombe gegen Bombenterror
Wo Adam Sandler draufsteht, ist Adam Sandler drin, und als superstarker, dauergeiler israelischer Rambo-Gigolo, der wie am Fließband alte Ladies beglückt, zeigt der Komiker erneut, dass er vor nichts zurückschreckt. Tatsächlich ist wie alle Sandler-Helden auch der testosteron-getränkte Zohan mit seiner Mischung aus Großspurigkeit und Zärtlichkeit, Gutmütigkeit und Vulgarität ein Sympathieträger ein Macho-Clown, der mit den Hinterbacken Gegenstände fängt.
Neben dem Hang zur Groteske nimmt diesmal auch der Mut, das Thema Terror anzufassen, für Sandler ein, selbst wenn sein gelegentlicher Furzkissenhumor sensible Gemüter erschreckt. Dass Zohan zum Beispiel mit einer Katze Fußball spielt, dürfte ihm mancher sehr übelnehmen. Das Drehbuch verfasste Sandler unter anderem mit dem angesagten Filmemacher Judd Apatow, dem Schöpfer von „Beim ersten Mal“.
Immer Ärger mit der Service-Line der Hisbollah
Sonst aber wird leider nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Statt bissiger Polit-Gags serviert Sandler, der aus einer jüdischen Familie stammt, lieber Geblödel und lahme Klischees. Die palästinensischen Widersacher – darunter Sandler-Intimus Rob Schneider, der als Taxifahrer seiner von Zohan gestohlenen geliebten Ziege nachweint, sind unrasiert, grob und so doof, dass sie statt Nitroglyzerin Antibiotika zum Bombenbau kaufen.
Als Höhepunkt politischer Satire darf der Anrufbeantworter der Hisbollah gelten, in deren langer Leitung Zohans Gegner ein ums andere Mal feststecken. Schließlich wird der sich anbahnende Konflikt zwischen arabischer und israelischer Straßenseite in New York auf Häuserspekulanten und Neonazis ausgelagert.
Friede, Freude, Hummus
Die im Nahen Osten allgegenwärtige Kichererbsenpaste Hummus und die Verehrung für Mariah Carey, die einen unnötigen Kurzauftritt absolviert, werden zum kleinsten gemeinsamen Nenner der Streithähne. Ohnedies sähen für Amis Israelis und Araber alle gleich aus, meint Zohan gütlich. Das Maximum an Eintracht herrscht aber, wenn beide Parteien über den Sex-Appeal von Laura Bush beziehungsweise Hillary Clinton tratschen. Hat Sandler die Wahl zwischen einer frechen Polit-Pointe und einer Zote, wählt er stets Letztere. Fiese Bombenleger werden, humoristisch betrachtet, pfleglicher behandelt als harmlose alte Damen. Und damit zieht sich der Scherzkeks zu billig aus der Affäre. (AP)
http://www.epochtimes.de/articles/2008/08/11/324031.html
