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Der Fall der Mauer

Bundesregierung plant zum 20. Jubiläum des Mauerfalls große Feiern

Kranzniederlegungen zum Jahrestag des Mauerbaus am Mittwoch – Tiefensee warnt vor Verharmlosung

AP
12.08.2008

Eine italienische Touristin unterschreibt auf der East Side Gallery in Berlin. Im Jahr 2009 soll das längste verbleibende Stück der Berliner Mauer wegen seines schlechten Zustandes saniert werden. (AP Photo/Franka Bruns)

Berlin – Zum 20. Jubiläum des Mauerfalls im kommenden Jahr plant die Bundesregierung große Feiern. Der für den Aufbau Ost zuständige Minister Wolfgang Tiefensee kündigte am Dienstag Feierstunden, Bürgerfeste und Bürgerforen an. Am Mittwoch will das politische Berlin mit Kranzniederlegungen und Andachten an den Mauerbau vor 47 Jahren erinnern. Am 13. August 1961 hatte die DDR den Zugang zum Westteil Berlins abgeriegelt. Die Mauer fiel 28 Jahre später am 9. November 1989.

Tiefensee sagte der „Welt“, in Berlin, Leipzig und anderswo werde man des 9. Oktober, des Tages der friedlichen Revolution, und des 9. November 1989 gedenken. Der SPD-Politiker kritisierte, ein Teil der heutigen „Mauerbefürworter“ verharmlose demagogisch die DDR und das SED-Regime. „Letzteres halte ich für überaus gefährlich. Hier müssen wir mit Aufarbeitung und Aufklärung in Elternhäusern, Schulen und in den Medien gegensteuern.“

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wollen am (morgigen) Mittwoch in der Gedenkstätte Bernauer Straße Kränze niederlegen. Wowereit bezeichnete den Mauerbau am Dienstag als einen „der unmenschlichen Höhepunkte des Kalten Kriegs“. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hartmut Koschyk, forderte, die Erinnerung an die Opfer dürfe nicht verblassen. Der Jahrestag solle allen Deutschen Mahnung sein, sich der überragenden Bedeutung von Freiheit und Demokratie immer wieder aufs Neue zu vergewissern.

East Side Gallery soll saniert werden

Das längste noch erhaltene Stück Mauer, die sogenannte East Side Gallery, soll ab Herbst saniert werden. Die Galerie im Stadtteil Friedrichshain soll von den über 100 Künstlern aus dem In- und Ausland, die sie nach der Wende bunt bemalten, neu gestaltet werden. Im November solle die 1,3 Kilometer lange Touristenattraktion dann zum 20. Jahrestag des Mauerfalles neu erstrahlen. Die nach Angaben der „Berliner Morgenpost“ rund 2,5 Millionen Euro teuren Arbeiten sind nötig, weil Farbe abblättert.

Die private Arbeitsgemeinschaft 13. August veröffentlichte neue Zahlen von Opfern an der innerdeutschen Grenze. Es seien mittlerweile 1.303 Opfer des DDR-Grenzregimes ermittelt worden. Die Recherchen seien aber „bei weitem noch nicht abgeschlossen“. Vor einem Jahr noch war die Zahl mit 1.245 Opfern angegeben worden. Vergleiche aus unterschiedlichen Quellen brächten neue Erkenntnisse, hieß es weiter.

Um die Zahl der Opfer gibt es immer wieder Streit. In einem von der Bundesregierung geförderten Forschungsprojekt der Gedenkstätte Berliner Mauer und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam heißt es, dass allein an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 mindestens 136 Menschen getötet worden seien. Die Arbeitsgemeinschaft 13. August geht dagegen von mehr als 200 Todesopfern aus.

Der Aktionskünstler Ben Wagin kündigte an, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls im September 2009 Sonnenblumen entlang der Berliner Mauer erblühen zu lassen. Die Aktion solle ein Zeichen des Friedens aussenden.

http://www.mauermuseum.de/

http://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/

http://www.chronik-der-mauer.de/ (AP)

 

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