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Klimawandel

Erstes deutsches Klima-Camp beginnt in Hamburg

Bis zu 2.500 Besucher erwartet – Erhöhte Polizeipräsenz nach Farbbeutel-Anschlägen

AP
15.08.2008

Hamburg – Das laut Veranstalter erste deutsche Klima- und Antirassismus-Camp hat am Freitag in Hamburg begonnen. Bis zum 24. August werden demnach bis zu 2.500 Aktivisten zu diversen Workshops, Vorträgen und Aktionen in der Hansestadt erwartet. Die Polizei hat nach eigenen Angaben ihre Präsenz erhöht. Im Vorfeld des Camps hatten bereits mehrere Farbbeutel-Anschläge für Aufruhr gesorgt.

Bei dem Treffen wollen Aktivisten verschiedener Gruppen des linken bis bürgerlichen Lagers, unter anderen Attac und die Grüne Jugend, auf das Thema Klimawandel und die damit verbundenen sozialen Probleme aufmerksam machen. „Uns ist es sehr wichtig zu sagen, dass der Klimawandel nicht nur eine ökologische Krise ist, sondern auch eine soziale Frage“, sagte Klima-Camp-Sprecher Tadzio Müller der AP.

Die Antirassismus-Aktivisten wenden sich nach eigenen Angaben unter anderem gegen die Abschiebung von Flüchtlingen, die in Deutschland vor allem über den Hamburger Flughafen erfolge. Am Freitag kommender Woche planen sie daher dort eine Protestaktion.

Als erste große Veranstaltung des Camps ist für (den morgigen) Samstag eine Demonstration in der Hamburger Innenstadt geplant. Die Veranstalter rechnen mit etwa 500 Teilnehmern. Zudem wollen die Aktivisten am 23. August die Baustelle des geplanten Kohlekraftwerks im südlich der Elbe gelegenen Stadtteil Moorburg besetzen.

Die Veranstalter des Camps räumten ein, dass Gesetzesüberschreitungen, zum Beispiel bei der geplanten Aktion auf der Baustelle des Kraftwerks Moorburg, „durchaus geplant“ seien. Allerdings sollten sich diese im Rahmen der Mittel des zivilen Ungehorsams bewegen, sagte Müller. Es gehe nicht um eine Konfrontation mit der Polizei.

Polizei erhöht Präsenz

Die Polizei erhöhte unterdessen ihre Fahndungspräsenz. Etwa 100 Beamte seien zusätzlich in Streifenwagen unterwegs, um das Entdeckungsrisiko bei solchen Taten zu erhöhen, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer der AP. In den vergangenen Tagen waren mehrere Anschläge mit Farbbeuteln und Steinen auf die Häuser von Mitarbeitern der Hamburger Ausländerbehörde verübt worden. Eine linke Gruppierung hatte sich in einem Schreiben unter Hinweis auf das Camp zu den Taten bekannt.

„Das ist nicht das erste Mal, dass derartige Straftaten im Vorfeld solcher Veranstaltungen passieren, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen“, sagte Meyer. „Wir gehen aber davon aus, dass der Großteil der Camp-Besucher friedlich eingestellt ist.“ Medienberichte, wonach die Mitglieder der Hamburger Bürgerschaft wegen der vorangegangenen Anschläge inzwischen unter Polizeischutz stehen sollen, wollte Meyer „aus taktischen Gründen“ nicht kommentieren. (AP)

 

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