Grömitz – Greenpeace hat ein Team zur Rettung des in der Ostsee verirrten Buckelwals eingerichtet. „Bucki“, der wieder in der Lübecker Bucht aufgetaucht ist, könnte nach Befürchtungen der Umweltschützer stranden. Fünf Mitarbeiter und zwei Schlauchboote stehen in den nächsten Tagen im Hafen von Grömitz parat, um den Meeressäuger im Notfall aus seichten Gewässern zu vertreiben, wie Greenpeace-Aktivist Jörg Feddern am Dienstag sagte.
„Um den Wal schnell zu finden, haben wir eine Meldekette mit Bundespolizei, Wasserschutzpolizei und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aufgebaut“, sagte Feddern. Die Aktivisten planen, im Ernstfall mit ihren zwei Sechs-Meter-Schlauchbooten, zwischen den Wal und das Ufer zu fahren. „Wir hoffen, dass die Motorengeräusche ihn dann vertreiben“, sagte Feddern. Ein solches Vorgehen sei ein Wagnis, er könne im Voraus nicht sagen, ob es Erfolg haben werde.
Der eigentlich in Ozeanen lebende Buckelwal irrt seit mehr als drei Wochen in der Ostsee herum. Am Sonntag hatte es Hoffnung gegeben, weil „Bucki“ vor der dänischen Insel Falster und damit in der Nähe des Übergangs zur Nordsee gesichtet worden war. Jetzt ist er jedoch offensichtlich wieder in die falsche Richtung geschwommen: Am Montag war er auf einer Sandbank nahe Grömitz hängengeblieben, konnte sich aber wieder aus eigener Kraft befreien. Laut Greenpeace ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Wal in die freien Gewässer der Nordsee zurückfindet, mit seiner Rückkehr in die Lübecker Bucht gesunken.
Vor zehn Jahren hatte Greenpeace sich zuletzt bemüht, sechs verirrte Pottwale vor St. Peter-Ording am Stranden zu hindern. Damals konnten mit Booten drei Wale verjagt werden, die anderen gerieten ans Ufer und verendeten. (AP)
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