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Terror

Taliban töten zehn französische Soldaten in Afghanistan

Verlustreichster Tag für Pariser ISAF-Kontingent – Sarkozy will sich Terror nicht beugen

Amir Shah
AP
19.08.2008

Ein gepanzertes Fahrzeug der französischen Truppen auf dem Weg nach Surobi, dem Ort des Feuergefechts in Afghanistan. (AP Photo/Rafiq Maqbool)

Surobi/Paris – Der höchste Verlust für die französischen Streitkräfte seit Beginn der internationalen Afghanistan-Mission hat in Paris für Erschütterung gesorgt. Radikal-islamische Talibankämpfer lockten eine Patrouille der Schutztruppe ISAF in einen Hinterhalt nahe Kabul und töteten zehn französische Fallschirmjäger. 21 weitere wurden verletzt. Rund hundert Aufständische hätten die Soldaten am Montagnachmittag „mit extremer Gewalt attackiert“, erklärte Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Dienstag.

Der Staatschef brach seinen Urlaub ab, um nach Kabul zu reisen. Er wolle zeigen, dass das Land an der Seite seiner Soldaten stehe, sagte er. Seine Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus werde durch den „harten Schlag für Frankreich“ aber nicht erschüttert, betonte Sarkozy.

Paris will sich Taliban nicht beugen

Auch Außenminister Bernard Kouchner bekräftigte, Paris werde seinen Verpflichtungen für ein demokratisches und friedliches Afghanistan weiter gerecht werden. Frankreich zahle „einen schweren Tribut für die Verteidigung der Freiheit“, sagte Premierminister François Fillon.

Sarkozy hatte im April die Aufstockung des französischen ISAF-Kontingents um 700 auf 2.600 Mann bis Ende September angekündigt. Die getöteten Soldaten gehörten nicht zu der Verstärkung, sagte Verteidigungsminister Hervé Morin. Die Verletzten seien in stabilem Zustand und würden am Mittwoch nach Frankreich gebracht.

Die Kämpfe begannen am Montag in der Taliban-Hochburg Surobi rund 50 Kilometer von Kabul entfernt, sie flammten auch am Dienstag wieder auf. Nach afghanischen Regierungsangaben wurden dabei auch mindestens 13 Taliban-Kämpfer getötet. Es handelt sich um den verlustreichsten Schlag der Aufständischen gegen die ISAF seit Juni 2005, als 16 US-Soldaten ums Leben kamen.

Die französischen Todesopfer sind die ersten, seit Sarkozy auf dem NATO-Gipfel im April die Aufstockung angekündigt hatte. Seit Beginn der ISAF-Mission Ende 2001 waren bislang 14 französische Militärangehörige bei Angriffen, Anschlägen und Unfällen ums Leben gekommen. Der Montag war der tödlichste Tag für die französischen Streitkräfte seit 1983, als ein Bombenanschlag im Libanon 58 Fallschirmjäger das Leben kostete.

Angriff auf ISAF-Stützpunkt verhindert

Es habe sich um einen gemeinsamen Einsatz mit der afghanischen Armee gehandelt, erklärte Sarkozy am Dienstag. Erst mit Unterstützung aus der Luft sei es gelungen, die Taliban zurückzudrängen. Nach afghanischen Angaben wurden vier der Franzosen zunächst gekidnappt und dann getötet. Ein französischer Militärsprecher wies dies zurück. „Ich verneige mich mit Respekt und Ergriffenheit vor dem Mut dieser Männer, die ihre Aufgabe bis zum höchsten Opfer erfüllt haben“, sagte Sarkozy.

Zur gleichen Zeit des Angriffs versuchten mindestens sechs Selbstmordattentäter, ein Blutbad im ISAF-Stützpunkt Camp Salerno an der Grenze zu Pakistan zu verüben. Weil sie rund einen Kilometer vor der Basis in Chost von Sicherheitskräften bemerkt wurden, zündeten mindestens drei von ihnen ihre Sprengstoffwesten und starben dabei. Drei weitere Aufständische wurden nach NATO-Angaben getötet. Mit Unterstützung der Luftwaffe wurden die übrigen Angreifer zurückgedrängt. Erst tags zuvor waren bei einem Selbstmordanschlag auf denselben Stützpunkt zehn Menschen getötet und 13 verwundet worden.

Die Gewalt in Afghanistan hat in diesem Jahr dramatisch zugenommen. Nach einer Zählung der AP kamen seit Jahresbeginn mehr als 3.400 Menschen bei Anschlägen und Kämpfen ums Leben. (AP)

 

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