Bremerhaven – Einmal um die ganze Welt – ab März 2009 wird eine solche Reise zumindest virtuell von Bremerhaven aus möglich sein. Dort entsteht zurzeit das „Klimahaus Bremerhaven 8Ost“. Das nach Angaben der Macher weltweit einzigartige Konzept sieht vor, dass Besucher entlang dem achten östlichen Längengrad, auf dem auch die Seestadt liegt, rund um den Erdball reisen. Dabei lernen sie die Klimazonen der Welt und die Auswirkungen des Klimawandels vor Ort kennen.
Die Architektur des Glasbaus, in dem Besucher Wissenschaft populär und interaktiv erleben sollen, erinnert an eine Wolke oder auch an ein Schiff. Die Idee für das Projekt stammt von den privaten Investoren, die in Bremen bereits ein Science Center betreiben.
Als anschauliche Beispiele für die Weltreise wurden neun Stationen rund um den Erdball ausgewählt. Die mit der Umsetzung beauftragten Hamburger Ausstellungsarchitekten schicken die Besucher auf eine Alm in der Schweiz, nach Sardinien und von dort in die Sahel-Zone, dann in den westafrikanischen Regenwald. Des Weiteren sollen die Besucher Station nahe dem Nordpol, in der Südsee, im Norden Alaskas und auf einer Nordsee-Hallig machen, bevor sie wieder in Bremerhaven ankommen.
Beim Gang durch das Haus sollen die Besucher sich zum Beispiel mithilfe von Rauminszenierungen, Sinnesstationen, Multimedia und fremdartigen Tieren und Pflanzen auf der jeweiligen Station wie zu Hause fühlen. In Afrika herrscht Gluthitze, wenige Meter weiter in der Eiseskälte der Arktis klappern die Zähne. Rund um die Hallig Langeneß steigt die Flut, auf Samoa erkunden Besucher die Unterwasserwelt der Korallenriffe, auf Sardinien nehmen sie die Perspektive eines Insekts ein, das durch eine duftende Wiese kriecht.
Sturm und Hagel im Turm erleben
Etwa 600.000 Gäste jährlich soll das rund 70 Millionen Euro teure Projekt anlocken, hoffen die Investoren. Die Weltklima-Reise macht den größten Teil der Wissens- und Erlebnisschau auf rund 11.500 Quadratmetern inklusive drei Aquarien aus. Ein weiterer Abschnitt dreht sich um die Faktoren, die das Klima und das Wetter bestimmen. Hier dürfen die Besucher experimentieren – zum Beispiel in einem rund 20 Meter hohen Turm, in dem sie Sturm und Hagel, Blitz und Schnee entfachen können. Zudem erkunden sie Auswirkungen des Klimawandels, lernen aktuelle Forschungsergebnisse und Gegenstrategien kennen.
Die Schirmherrschaft hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel übernommen. Das Klimahaus verkörpere eindrucksvoll Deutschlands internationale Vorreiterrolle im Klimaschutz, erklärte er. „Mit diesem Projekt wird der Klimaschutzgedanke in den Köpfen der kommenden Generation verankert“, hieß es aus seinem Ministerium.
Partnerschaft mit Forschungseinrichtungen
Die wissenschaftliche Präzision und Aktualität soll der Austausch mit Forschungseinrichtungen garantieren. Das Klimahaus kooperiert mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, das in Bremerhaven ansässig ist. Das Max-Planck-Institut für Meteorologie und der Deutsche Wetterdienst sind weitere Partner.
Nicht nur in der Präsentation von Daten und Fakten zum Klima will das Haus Vorbild sein, sondern auch ganz alltagspraktisch. Dem Ziel, ohne Kohlendioxid-Emissionen auszukommen, will man mit Strom ausschließlich aus regenerativen Quellen näher kommen, zudem soll das Haus mithilfe von Erd- und Fernwärme klimatisiert werden.
http://www.klimahaus-bremerhaven.de (AP)
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