Philadelphia – Eine bisher unbekannte Gruppe von Umweltgiften ist ähnlich schädlich wie Tabakrauch. US-Forscher der Universität von Louisiana in Baton Rouge entdeckten in Feinstaub Substanzen, die möglicherweise ähnliche Gesundheitsschäden hervorrufen wie Rauchen. Diese Persistenten Freien Radikale (PFR) könnten erklären, warum typische Raucherleiden wie etwa Lungenkrebs auch bei Nichtrauchern auftreten, sagte der Umweltchemiker Barry Dellinger auf einer Tagung in Philadelphia.
Dass freie Radikale Körperzellen schädigen, ist schon lange bekannt. Während aber die meisten dieser Stoffe schnell zerfallen, sind PFRs äußerst beständig, vor allem wenn sie Metalle wie Kupfer oder Eisen enthalten. Die Stoffe bilden sich beim Abkühlen von Gasen etwa in Auspuffrohren oder Schornsteinen. Nach dem Einatmen gelangen sie laut Dellinger in die Lunge und anderes Körpergewebe, wo sie Zellen schädigen und das Erbgut verändern können. Wer viele solche Stoffe einatmet, etwa Anwohner stark befahrener Straßen, nimmt demnach täglich bis zu 300 Mal mehr freie Radikale auf als beim Rauchen einer Zigarette. (AP)
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