Hamburg – Die Polizei hat am Freitag in Hamburg eine Demonstration von Teilnehmern des Klima- und Antirassismuscamps aufgelöst. Der Marsch von rund 800 Demonstranten zum Flughafen sei zunächst überwiegend friedlich verlaufen, dann sei es zu mehreren Straftaten gekommen, sagte eine Polizeisprecherin. So seien Straßenkreuzungen besetzt und im Terminal Toiletten verstopft worden. Ein Polizist sei bei einer versuchten Festnahme von einem Demonstranten angegriffen und verletzt worden.
Da die Kundgebungsstätte nur noch als Sammelpunkt zum weiteren Ausschwärmen genutzt worden sei, sei die Demo am Nachmittag beendet worden, sagte die Sprecherin. Insgesamt seien mehrere Personen in Gewahrsam genommen und verhaftet worden. Zur genauen Zahl konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Sie war nach eigenen Angaben mit rund 1.500 Einsatzkräften und mehreren Wasserwerfern vor Ort.
Die Veranstalter der Kundgebung erhoben schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Sie widersetze sich der Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts, das die Veranstaltung bis zum Abend genehmigt hatte, sagte ein Sprecher. Die Aktivisten meldeten daraufhin eine Spontandemo an und zogen mit rund 500 Personen zurück Richtung Stadt.
Seit einer Woche sind im Rahmen des ersten Klima- und Antirassimuscamps gut 1.000 Aktivisten in Hamburg. Seither gab es diverse friedliche Aktionen, aber auch mehrere Anschläge auf Gebäude. Zuletzt stürmten rund 30 maskierte Personen ein Bezirksamt. Ein Zusammenhang mit dem Camp konnte nicht ausgeschlossen werden.
Für Samstag haben die Aktivisten geplant, die Baustelle des Kohlekraftwerks im südlichen Stadtteil Moorburg zu besetzen. (AP)
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