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SPD

Steinmeier hofft auf Rückkehr Münteferings

Kritik an Spekulationen über politisches Comeback – Scholz sieht SPD als „Opfer eines bestimmten Hypes“

AP
23.08.2008

Berlin – Außenminister Frank-Walter Steinmeier hofft auf eine Rückkehr des früheren SPD-Chefs Franz Müntefering in das politische Tagesgeschäft. Er wisse nicht, wann Müntefering nach dem Tod seiner Frau wieder die Kraft finde, „sich dem politischen Alltag zu widmen“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende der „Rheinischen Post“. „Aber natürlich können wir sein Engagement, seine Kreativität und seine Erfahrung in der SPD gut gebrauchen. Und ich hoffe, dass er sie uns zur Verfügung stellt.“

Führende Sozialdemokraten kritisierten die Spekulationen über ein politisches Comeback des 68-Jährigen, die vor allem in der SPD die Runde machen. Es müsse doch wohl möglich sein, dass ein Politiker nach einem schweren Schicksalsschlag seine „normale Arbeit“ wieder aufnehme, ohne dass über die tiefere Bedeutung dieser Entscheidung gerätselt werde, sagte Arbeitsminister Olaf Scholz in Berlin. Müntefering sei derjenige, der sich am meisten über diese Spekulationen ärgere. Die SPD sei in diesem Fall wohl „Opfer eines bestimmten Hypes“.

Auch der bayerische SPD-Spitzenkandidat Franz Maget vertrat die Ansicht, dass die aktuelle Debatte über Müntefering und seinen Wahlkampftermin in Bayern „stark überbewertet“ werde. Der frühere Vizekanzler, dessen Frau Ende Juli gestorben war, hat für den 3. September einen Wahlkampfauftritt in München zugesagt.

Dies sei ein „ganz normaler Vorgang“, sagte Maget der „Leipziger Volkszeitung“. Münteferings Wahlkampfunterstützung sei „ein erfreulicher, aber eigentlich selbstverständlicher Akt der Freundschaft und der Kollegialität, mehr aber auch nicht“.

Müntefering will sich im Herbst mit einem Buch in die programmatische Debatte der Partei einschalten. Der Band mit dem Arbeitstitel „Blick nach vorn“, an dem der ehemalige Parteichef seit Wochen arbeite, solle voraussichtlich im Oktober erscheinen, berichtet „Der Spiegel“. Darin wolle wolle Müntefering nach Informationen aus Parteikreisen die politische Agenda nach der Agenda 2010 beschreiben.

Kanzlerkandidatur soll vor Weihnachten entschieden sein

Steinmeier bekräftigte, dass die SPD die Frage der Kanzlerkandidatur bis zum Jahresende entscheiden wolle. „Sie werden zu dem Thema noch vor Weihnachten etwas erfahren“, sagte der Außenminister, der neben Parteichef Kurt Beck als Bewerber gehandelt wird. Die Reformpolitik der Agenda 2010 bezeichnete er als alternativlos. Die Erfolge wie der Rückgang der Arbeitslosigkeit sprächen für sich.

Der Linkspartei warf Steinmeier vor, sich auf populistische Angstmache zu beschränken. „Im Augenblick mag sie in den Umfragen gut dastehen, aber sie erhebt ja nicht mal den Anspruch, Politik zu gestalten.“ (AP)

 

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