Miami – Nur gut eine Woche nach „Fay“ hat der nächste schwere Sturm Kurs auf Haiti genommen. Der Hurrikan „Gustav“ näherte sich am Dienstag der haitianischen Küste und bedrohte die Hauptstadt Port-au-Prince mit ihren drei Millionen Einwohnern. Das US-Hurrikanzentrum in Miami kündigte an, „Gustav“ werde aller Voraussicht nach in den kommenden Tagen im Nordwesten der Karibik zu einem „extrem gefährlichen Hurrikan“ werden. Aus Sorge vor möglichen Schäden an Bohrinseln im Golf von Mexiko schoss der Ölpreis weltweit in die Höhe.
Die Straßen von Port-au-Prince waren wenige Stunden vor „Gustavs“ erwartetem Eintreffen wie ausgestorben. Auf dem Flughafen saßen zahlreiche Reisende fest, nachdem American Airlines sämtliche Flüge abgesagt hatte. Die Regierung rief die Menschen auf, sich auf heftige Regenfälle vorzubereiten, wie Innenminister Paul Antonine Bien-Aimé im Radio erklärte.
Nach Haiti liegen voraussichtlich Kuba und dann der Golf von Mexiko auf dem Weg von „Gustav“, der nach Angaben des Hurrikanzentrums bis Dienstag Windgeschwindigkeiten bis 150 Stundenkilometer erreichte. Auch im US-Internierungslager Guantanamo auf Kuba bereitete man sich auf das Eintreffen des Hurrikans vor. Zunächst hieß es, der Sturm könne den Stützpunkt direkt treffen, später gingen die Meteorologen jedoch davon aus, dass er über das offene Meer vorbeiziehen wird.
Erst Mitte des Monats hatte der Tropensturm „Fay“ auf Haiti und in der Dominikanischen Republik schwere Überflutungen verursacht und mehr als 20 Menschen das Leben gekostet. (AP)
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