Accra – Die UN-Umweltorganisation UNEP hat einen drastischen Abbau von Energiesubventionen gefordert. Laut einem am Dienstag am Rande der UN-Klimakonferenz in Ghana vorgestellten UNEP-Bericht geben Regierungen weltweit jährlich bis zu 300 Milliarden Dollar (205 Milliarden Euro) aus, um Treibstoffpreise niedrig zu halten oder den Produzenten zu helfen. Dieses Geld sei oft vergeudet und helfe nicht den Armen.
Billige Energie ermutige die Menschen zu einem immer größeren Verbrauch und verhindere eine effiziente Nutzung, kritisierte das UN-Umweltprogramm. Außerdem verzögere dies die weitere Entwicklung klimafreundlicher Energiequellen, heißt es in dem Bericht. Die Abschaffung von Energiesubventionen wäre auch gut für das Klima und würde die CO2-Emissionen um sechs Prozent verringern, erklärte der für Klimawandel zuständige UNEP-Koordinator Kaveh Zahedi.
„Manche Länder geben mehr für die Subventionierung von Öl aus als für Gesundheit und Bildung zusammen“, sagte Zahedi. Das Land mit den höchsten Energiesubventionen ist das an Erdgas reiche Russland mit 40 Milliarden Dollar. An zweiter Stelle liegt das Ölexportland Iran mit 37 Milliarden Dollar.
Von einigen afrikanischen Staaten ist bekannt, dass sie die ausländische Entwicklungshilfegelder dazu verwenden, die steigenden Brennstoffpreise zu finanzieren. Dies mag zwar politisch populär sein, schadet aber der Volkswirtschaft.
Viele Subventionen für fossile Brennstoffe seien aus politischen Motiven eingeführt worden, kritisierte UNEP-Direktor Achim Steiner. Er appellierte in einer zusammen mit dem Bericht veröffentlichten Erklärung an die Regierungen, die Energiesubventionen dringend zu überprüfen und die abträglichen Subventionen auslaufen zu lassen. (AP)
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