Aktuelle Nachrichten Welt: Nachrichten über internationale Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien. News aus Asien, Amerika, Afrika und Australien
English Français Español Svenska Česky 中文 日本語 Русский עברית weitere Sprachen

Diese Webseite ist in China gesperrt.


China Dossiers

Bild des Tages

Weitere Bilder des Tages ->

Epoch-Times-Fotowettbewerb

Weitere Wettbewerbsfotos ->

Sonderthemen

Artikel versenden | Leserbrief | Druckversion | Newsfeed

Getöter Fallschirmjäger

Bundeswehrsoldat bei Anschlag in Afghanistan getötet

Patrouillenfahrzeug gerät bei Kundus in Sprengfalle – Kämpfe im Süden

AP
27.08.2008

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung gibt am Mittwoch, 27. August 2008, eine Pressekonferenz in Berlin. Jung hat bestätigt, dass ein deutscher Soldat bei einem Anschlag in Afghanistan getötet worden ist. (AP Photo/Franka Bruns)

Kundus/Berlin – Beim schwersten Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan in diesem Jahr ist am Mittwoch ein deutscher Fallschirmjäger getötet worden. Vier weitere Soldaten des Fallschirmjäger-Bataillons 263 wurden verletzt, als ihre Patrouille bei Kundus in eine Sprengfalle geriet, teilte Verteidigungsminister Franz Josef Jung mit. Die radikalislamische Taliban bekannten sich einem Bericht zufolge zu der Tat. In einem Telefonat mit „Spiegel Online“ habe ein Taliban-Sprecher bestätigt, dass Taliban-Mitgliedern für die Tat verantwortlich seien, berichtete das Online-Magazin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte „tief erschüttert“ auf den Anschlag. Bei schweren Kämpfen im Süden des Landes wurden unterdessen mehr als 30 mutmaßliche Talibankämpfer getötet, teilten die afghanischen Polizei und die US-Streitkräfte mit. Ein Mitarbeiter einer japanischen Hilfsorganisation wurde einen Tag nach seiner Entführung im Osten tot aufgefunden. Die Organisation Peschawar-Kai, die in der Region Krankenhäuser betreibt, bestätigte den Tod des 31-jährigen Landwirtschaftsexperten. Der Japaner war Berichten zufolge am Dienstagmorgen in der Nähe der Stadt Dschalalabad verschleppt worden.

Jung betonte, der Bundeswehreinsatz in Afghanistan dürfe nach dem Angriff auf die Fallschirmjäger nicht infrage gestellt werden. Nach seinen Angaben kam der Hauptfeldwebel der Fallschirmjägereinheit aus aus Zweibrücken am frühen Mittwochmorgen ums Leben, als sein Patrouillenfahrzeug südlich von Kundus in eine Sprengfalle geriet. Die Patrouille war laut Jung mit acht Fahrzeugen unterwegs gewesen. Kurz nachdem sie gegen 06.55 Uhr deutscher Zeit den Fluss Kundus durchquert habe, sei der erste Wagen – ein geschütztes Fahrzeug des Typs Wolf -in die Sprengfalle geraten und in die Luft geflogen. Der Hauptfeldwebel, der die Patrouille angeführt habe, sei sofort tot gewesen.

Der Minister informierte am Morgen das Bundeskabinett über den Anschlag, den er als feige und hinterhältig verurteilte. Merkel sprach im Namen des gesamten Kabinetts den Hinterbliebenen Beileid aus und wünschte den Verletzten rasche Genesung. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich erschüttert. „Wir verurteilen den feigen Anschlag aufs Schärfste“, sagte der SPD-Politiker. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und den Kameraden des getöteten Soldaten.“ Auch die Bundestagsfraktionen trauerten um den getöteten Soldaten. Die Linke verband damit die Forderung nach Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.

Sicherheitslage verschärft

Jung wies darauf hin, dass sich die Sicherheitslage im Norden des Landes seit einiger Zeit verschärft habe. Deshalb sei das Wiederaufbauteam (PRT) in Kundus bereits verstärkt worden. Die von dem Anschlag am Mittwoch betroffenen Bundeswehrsoldaten hätten zu dieser Verstärkungseinheit gehört. Vor Selbstmordanschlägen sei man aber nie gefeit, räumte der Minister ein.

Es handelt sich bereits um den dritten Anschlag im August. Anfang des Monats waren drei Bundeswehrsoldaten bei einem Selbstmordattentat in der Nähe von Masar-i-Scharif verletzt worden. Vor einer Woche war eine Patrouille in der Nähe von Feisabad angegriffen worden. Bei dem darauffolgenden Schusswechsel wurde einer der Angreifer verwundet. Er erlag später seinen Verletzungen.

Die Bundeswehr ist im Rahmen der ISAF-Mission für die Sicherheit in Nordafghanistan zuständig. Seit Beginn der Afghanistan-Mission 2002 sind bereits 26 Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen. (AP)

 

Bookmark setzen:   Webnews yigg Tausendreporter Wikio BlinkList Mister Wong