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Dringender Handlungsbedarf

WWF mahnt wegen Eisschmelze zu mehr Klimaschutz

Naturvölker und Tierwelt in den Polarregionen bedroht

AP
15.09.2008

Oslo – Angesichts einer dramatischen Eisschmelze in der Arktis hat die Umweltstiftung WWF zu verstärkten Sofortmaßnahmen gegen den Klimawandel aufgerufen. Die Regierungen in aller Welt müssten ihre Gespräche über ein neues Klimaabkommen intensivieren, forderte der WWF-Berater für Klimafragen, Martin Sommerkorn, am Montag in Oslo. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, zumal die Eisdecke der Arktis in diesem Sommer die vermutlich geringste Dichte aller Zeiten erreicht habe. Die zweite Rekordschmelze binnen zwei Jahren zeige einen katastrophalen Trend auf, der das Leben in den Polarregionen nachhaltig bedrohe und den Prozess der Erderwärmung beschleunigen könnte. Sommerkorn verwies insbesondere darauf, dass das Polarmeer zwischen Alaska und Russland sowie nördlich davon in diesem Sommer erstmals völlig eisfrei gewesen sei. US-Wissenschaftler haben bestätigt, dass das Ausmaß der Eisdecke in diesem Jahr noch unter den Vorjahreswert sinken könnte – und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenbeobachtungen im Jahre 1979. Auch brechen immer häufiger große Schollen vom Packeis ab. Sommerkorn betonte, dass nicht nur die Tierwelt, insbesondere der Eisbär, von dieser Entwicklung bedroht werde. Auch die Naturvölker der Polarregionen seien gefährdet, da sie in ihrer traditionellen Lebensweise auf ein gesundes Ökosystem angewiesen seien. Die Regierungen verhandeln zurzeit über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz, das 2012 ausläuft. Eine neue Vereinbarung zur Reduzierung der Treibhausgase soll gemäß den Plänen im Dezember 2009 auf einem UN-Gipfel in Kopenhagen erzielt werden. (AP)

 

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