Chicago – Der umstrittene Plastikgrundstoff Bisphenol A (BPA) trägt möglicherweise auch zu Herzerkrankungen und Diabetes bei. Diese Erkrankungen treten einer englischen Studie zufolge wesentlich häufiger bei Menschen mit hohen BPA-Werten im Urin auf.
Das in Lebensmittelverpackungen und Plastikflaschen enthaltene Bisphenol A wirkt ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und steht unter anderem im Verdacht, bei Kindern die Entwicklung des Nervensystems und der Geschlechtsorgane zu schädigen. Nun verglichen Mediziner der Universität Exeter die Gesundheit von fast 1.500 Erwachsenen mit deren BPA-Konzentrationen im Urin. Dabei stieg mit zunehmenden Werten die Tendenz der Teilnehmer zu Herzerkrankungen und Diabetes 2.
Jene Personen, deren Urin viel BPA enthielt, hatten im Vergleich zu den wenig belasteten Menschen ein fast dreifach erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen, die Wahrscheinlichkeit für Diabetes war um den Faktor 2,4 gesteigert. Zudem gingen hohe BPA-Werte einher mit auffälligen Konzentrationen dreier Leberenzyme.
Die Studie liefere einen weiteren Hinweis darauf, dass BPA schon in geringer Menge die Gesundheit schädigen könne, schreiben die Forscher im „Journal of the American Medical Association“. Angesichts der weiten Verbreitung der Substanz müsse diese Frage geklärt werden. Weltweit werden jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen Bisphenol A produziert.
(Quelle: „Journal of the American Medical Association“, Vol. 300, S. 1303-1310) (AP)
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