Frankfurt/Main – Uran ist ein chemisches Element mit dem Symbol U und der Ordnungszahl 92 im Periodensystem der Elemente. Es wurde 1789 von dem Chemieprofessor und Apotheker Martin Heinrich Klaproth aus dem Mineral Pechblende isoliert und nach dem Planeten Uranus benannt. Dass das Metall Uran radioaktiv ist, wurde 1896 von Henri Becquerel entdeckt.
Vom 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Uran zum Färben von Glas und Keramik verwendet. Erst später wurde es durch andere, weniger bedenkliche farbgebende Mineralien ersetzt. Die gesundheitlichen Risiken von Uranglas und Keramiken mit Uranglasur sind bis heute Streitpunkt von Sammlern und Wissenschaftlern. Auch in der Fotografie wurde Uranylnitrat bis weit ins 20. Jahrhundert benutzt.
Eine besondere Bedeutung bekam Uran nach der Entdeckung der Kernspaltung im Jahr 1938: Das Uranisotop 235U ist die einzige bekannte natürlich vorkommende Substanz, die zu einer Kernspaltungs-Kettenreaktion fähig ist. Deshalb wird es in Kernkraftwerken und Atomwaffen als Primärenergieträger genutzt und hat eine große wirtschaftliche Bedeutung erlangt.
Zuletzt sorgte der Nachweis teils gesundheitsgefährdender Urankonzentrationen in Leitungs- und Mineralwasser für Aufsehen. Bei anhaltender Aufnahme höherer Uranmengen kann es zu Nierenschäden und Krebserkrankungen kommen. Bisher gibt es in Deutschland keinen allgemeinen Grenzwert für den Urangehalt des Trinkwassers. (AP)
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