Gesundheitsreform und Gesundheitspolitik - Ist unsere Gesundheit noch finanzierbar? Was Politiker, Ärzte und Patienten zur Gesundheitsreform sagen. Die sinkenden Leistungen der Krankenkassen und die Auswirkungen auf Betroffene und Gesellschaft.
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Gesundheitsgefährdung

Seehofer kündigt bundesweiten Uran-Grenzwert für Trinkwasser an

Leitwert von zehn Mikrogramm pro Liter vorgeschlagen – Verbraucherminister beraten in Berchtesgaden

AP
20.09.2008

Berlin – In der Debatte über Uran im Trinkwasser hat Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer einen einheitlichen nationalen Grenzwert angekündigt. „Wir brauchen einen Grenzwert für diesen Stoff. Das halte ich für absolut notwendig“, sagte Seehofer der „Berliner Zeitung“. Es sei der Bevölkerung nicht mehr zu vermitteln, „dass es diesen Grenzwert nicht schon längst gibt“, wurde der CSU-Politiker weiter zitiert. Am Freitag beschäftigte sich die Verbraucherministerkonferenz in Berchtesgaden mit dem Thema.

Uran in Leitungs- und Mineralwasser gilt als gesundheitsgefährdender Stoff. Bei anhaltender Aufnahme höherer Urankonzentrationen kann es zu Nierenschäden und Krebs kommen. In der Trinkwasserverordnung des Bundesgesundheitsministeriums ist nur festgelegt, dass Trinkwasser so beschaffen sein muss, dass „keine Schädigung der menschlichen Gesundheit“ zu befürchten ist. Nur für Mineralwasser, das zur Herstellung von Babynahrung verwendet wird, gelten strenge Vorschriften: Hier dürfen keinesfalls mehr als zwei Mikrogramm pro Liter enthalten sein.

„Um Gesundheitsgefährdungen auszuschließen, darf es nicht mehr länger nur bei Empfehlungen bleiben. Es muss ein rechtsverbindlicher Grenzwert her“, forderte Seehofer. Als Orientierungsgröße sollte nach seinen Vorstellungen der derzeit noch unverbindliche Leitwert des Umweltbundesamtes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter Trink- und Mineralwasser gelten.

Darüber gebe es bereits Gespräche zwischen den Ressorts Verbraucherschutz, Umwelt und Gesundheit. „Wir sind da auf einem guten Weg“, sagte Seehofer und fügte hinzu: „Wir marschieren gemeinsam.“ Seehofer will sich ferner auf europäischer Ebene für einen einheitlichen EU-Grenzwert für Uran in Mineralwasser einsetzen.

Anfang August hatte eine Studie der Verbraucherorganisation Foodwatch für Aufsehen gesorgt, wonach das Leitungswasser in manchen Regionen Deutschlands stark mit Uran belastet ist. In 150 von 8.000 Proben lag der Anteil des giftigen Schwermetalls demnach über dem Richtwert des Umweltbundesamtes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser. Teilweise seien es mehr als 20 Mikrogramm gewesen.

Foodwatch-Chef Thilo Bode warf der Bundesregierung deswegen eine „schwerwiegende Verletzung der Fürsorgepflicht“ vor. Das Bundesgesundheitsministerium wies den Vorwurf zurück: Für die Umsetzung der Trinkwasserverordnung seien die Kommunen verantwortlich, hieß es. (AP)

 

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