New Haven/USA – Die Filmwelt hat eine ihrer größten Legenden verloren: Paul Newman ist tot. Der amerikanische Schauspieler erlag am Freitag im Alter von 83 Jahren einem langwierigen Krebsleiden, wie sein Sprecher am Samstag bekanntgab. Die letzten Stunden verlebte er im Kreis seiner Familie und Freunde. Im Juni hatten erstmals Berichte die Runde gemacht, Newman sei an Lungenkrebs erkrankt. Mit seiner Frau Joanne Woodward feierte er im Januar Goldene Hochzeit und galt auch in dieser Hinsicht als Ausnahmeerscheinung im Filmgeschäft.
Der Mann mit den stahlblauen Augen war insgesamt zehn Mal für einen Oscar nominiert, 1987 gewann er die begehrte Trophäe für den Film „Die Farbe des Geldes“ (“The Color of Money“), zudem wurde ihm 1986 ein Ehren-Oscar für sein Lebenswerk verliehen. 1994 gewann er einen weiteren Oscar für sein soziales Engagement.
Newman spielte an der Seite von Hollywood-Stars wie Lauren Bacall, Tom Cruise, Tom Hanks und vor allem Robert Redford, mit dem er unvergesslich in „Zwei Banditen: Butch Cassidy und Sundance Kid“ (1969) and „Der Clou“ (1973) brillierte. Seine ersten großen Erfolge reichen bis in die 50er Jahre zurück. So lieferte er sich in der Tennessee-Williams-Verfilmung „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ 1958 ein packendes Duell mit Elizabeth Taylor. Er arbeitete auch mit einigen der größten Regisseure der letzten 50 Jahre zusammen, von Alfred Hitchcock und John Huston bis hin zu Robert Altman und Martin Scorsese.
Newman war nicht nur für sein schauspielerisches Talent, sein attraktives Äußeres und seine strahlenden Augen bekannt, sondern auch für seine Leidenschaft für Autorennen. Durch Dreharbeiten für den Film „Indianapolis – Wagnis auf Leben und Tod“ (“Winning“, 1969) auf den Geschmack gekommen, wurde er 1977 selbst professioneller Rennfahrer – und das durchaus mit Erfolg. So belegte er 1977 den fünften Platz beim Rennen in Daytona und wurde zwei Jahre später Zweiter in Le Mans. „Rennfahren ist die beste Art, die ich kenne, all dem Müll in Hollywood zu entkommen“, erklärte er damals.
Unvergessen wird auch Newmans soziales und politisches Engagement bleiben. Seit 1982 vertrieb er Salat- und Spaghettisaucen sowie Popcorn unter seiner Marke „Newman's Own“. Das Unternehmen, das eigentlich aus einem Witz heraus entstanden war, mauserte sich zu einem profitablen Geschäft. Den Gewinn, mehr als 200 Millionen Dollar, steckte Newman in karitative und sozialpädagogische Projekte, unter anderem in Ferienlager für krebskranke Kinder.
Das Geheimnis seiner Liebe: Steak statt Hamburger
Newman engagierte sich außerdem in der Bürgerrechtsbewegung der sechziger und siebziger Jahre gegen den Vietnamkrieg und machte sich für Waffenkontrolle stark. Das brachte den bekennenden Liberalen Anfang der 70er Jahr auf die berüchtigte „Feindesliste“ des damaligen Präsidenten Richard Nixon – eine seiner größten Auszeichnungen, wie Newman später einmal sagte.
Er lebte bis zuletzt mit seiner Frau Joanne Woodwar in Westport im US-Staat Connecticut auf einer Farm aus dem 18. Jahrhundert. Sie galten als wirkliches Traumpaar. So legendär wie die 50jährige Dauer ihrer Liebe ist auch Newmans Erklärung, warum er Versuchungen widerstehe: „Why fool around with hamburger when you have steak at home? (Warum sollte ich mich mit einem Hamburger abgeben, wenn ich zu Hause ein Steak habe?.“ (AP)
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