Frankfurt/Main – Mit den ersten Nachtfrösten ist es für Autofahrer höchste Zeit, von Sommer- auf Winterreifen zu wechseln. Bei Temperaturen unter sieben Grad beginnt die Gummimischung von Sommerreifen zu verhärten. Dadurch wird die Bodenhaftung des Fahrzeugs geringer und die Unfallgefahr höher. Darauf weist der Automobilclub von Deutschland (AvD) hin.
Winterreifen sind dagegen für niedrige Temperaturen und winterliche Straßenverhältnisse ausgelegt. Sie bestehen aus einer kälteresistenten Gummimischung und haben ein Profil mit Greifkanten und zusätzlichen Lamellen.
Alte, abgefahrene Winterreifen erhöhen die Sicherheit allerdings nicht. In Deutschland ist zwar nur eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben. Mit Winterreifen mit weniger als 4 Millimeter Profil sollten Autos jedoch nicht unterwegs sein. Abgefahrene Winterreifen büßen ihren Leistungsvorsprung auf Schnee und Matsch ein und verlängern den Bremsweg.
Auch Winterreifen, die älter als 6 Jahre sind, sollten Autofahrer nicht mehr nutzen. Reifen, mit denen nicht gefahren wird, altern dennoch. Ihr Gummi wird spröde.
Eine Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht. In der Straßenverkehrsordnung ist aber eine witterungsangepasste Ausrüstung des Autos vorgeschrieben. Wenn diese Ausrüstung bei der Fahrt über winterlichen Straßen fehlt, droht ein Verwarnungsgeld von 20 Euro.
Falls Autos mit Sommerreifen auf verschneiten oder glatten Straßen den Verkehr behindern oder einen Unfall verursachen, werden sogar 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. Zudem kann sich die falsche Bereifung negativ bei der Schadensregulierung durch die Versicherung auswirken. Der Autofahrer riskiert den Kasko-Schutz.
Nach Angaben des AvD rutscht in Deutschland jeder fünfte Verkehrsteilnehmer auf Sommerreifen durch die kalte Jahreszeit. Ein wirklich guter, erfahrener Fahrer kaufe aber Winterreifen und fahre vorsichtig, meint der Club. (AP)
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