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Klimatologie und Volksglaube

Altweibersommer ein Oktober-Phänomen

AP
31.10.2008

Eine Spinne sitzt in ihrem regennassen Netz. Im Volksglauben wurden die Spinnfäden auch als „Marienseide“ der Jungfrau Maria bezeichnet. (AP Photo/Jörg Sarbach)

Zürich – Der Altweibersommer ist laut dem Wetterdienst MeteoSchweiz ein Oktober-Phänomen. Verbreitet gilt dagegen die Zeit vom 20. bis 30. September als Altweibersommer. Die Bestimmung der Schönwetterhäufigkeit der Monate September und Oktober zeige aber klar, dass es sich um ein Mitte-Oktober-Phänomen handle, schrieb der Klimatologe Stephan Bader auf der MeteoSchweiz-Webseite. Von 1901 bis 2007 zeigten die Tage vom 12. bis 17. Oktober am häufigsten schönes Wetter, im langfristigen Durchschnitt zum Teil mindestens jedes zweite Jahr. An den übrigen Oktobertagen sowie im September war schönes Wetter deutlich weniger häufig. Auch die automatischen Messungen seit 1981 zeigen laut Bader den Altweibersommer im Oktober: Zwischen dem 13. und dem 28. Oktober ist eine deutliche Häufung von Schönwettertagen zu finden. Im Oktober 2008 war es vom 5. bis 15. sowie vom 19. bis 21. Oktober beidseits der Alpen im Flachland sonnig und zum Teil mehr als 20 Grad warm.

Woher der Altweibersommer den Namen hat, ist nicht klar. Oft gilt er für die Zeit, in der alte Frauen vor dem Wintereinbruch nochmals auf einem Bänklein wärmende Sonnenstrahlen geniessen. Als Ursprung häufig genannt werden die Fäden, an denen im Herbst junge Spinnen durch die Luft segeln. Hier setzt eine Erklärung an, die im Begriff das althochdeutsche Verb weibon sieht – „sich hin und her bewegen, spinnen“. „Alt“ ist laut Duden-Bedeutungswörterbuch im Zusammenhang mit „spät“ zu verstehen. Der Altweibersommer wäre demnach der Spät- oder Nachsommer. Im Volksglauben wurden die Spinnfäden auch als „Marienseide“ der Jungfrau Maria bezeichnet oder Elfen, Zwergen und mythischen Spinnerinnen wie Frau Holle zugeschrieben.

http://www.meteoschweiz.ch (AP)

 

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