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Obamania

„Change you can wear“

Die Obamas dürften auch ein neues Modeverständnis in das Weiße Haus bringen

Samantha Critchell
AP
07.11.2008

Barack Obama und Michelle Obama mit Malia, 7. und Sasha, 10 in der Wahlnacht in Chicago. (AP Photo/Jae C. Hong)

New York – Wandel auf breiter Front verspricht der neu gewählte Präsident Barack Obama. Was sich auf jeden Fall ändern wird, war schon beim ersten Auftritt der Familie Obama in Chicago nach dem Sieg des demokratischen Kandidaten sichtbar: Das Modeverständnis. Denn die neue „First Family“ erschien zur Siegesfeier auf der Bühne im Grant Park in farblich abgestimmten Outfits – „Change you can wear“ sozusagen, Wandel, den man tragen kann.

Michelle Obama setzte statt eines strengen Outfits oder gesetzter Pastellfarben auf ein auffälliges schwarz-rotes Kleid des Designers Narciso Rodriguez. Die siebenjährige Sasha trug schwarzes Kleid mit einer großen Schleife, die zehnjährige Malia ein knallrotes Ballonkleid. Vater Barack war mit seinem dunklen Anzug und der rot-gestreiften Krawatte genau auf diese Farben abgestimmt.

Das Fachpublikum, wie „Town & Country“-Chefredakteurin Pamela Fiori, attestiert Michelle und Barack Obama „klassischen American Style“. Fiori hofft, dass dieser Trend auch nach dem Einzug ins Weiße Haus anhält und das Präsidentenpaar weiter auf amerikanische Designer setzen werde. Michelle Obama trug schon bisher Entwürfe von Designern, deren Name in der Modeszene relativ neu ist, darunter Thakoon Panichgul und Maria Pinto.

Immer wieder Vergleiche mit dem Kennedy-Stil

Während Barack Obama immer wieder mit John F. Kennedy verglichen wird, sehen einige auch Gemeinsamkeiten im Modegeschmack von Michelle Obama und der ehemaligen First Lady Jaqueline Kennedy. Eine Parallele zum Kennedy-Clan gibt es tatsächlich: Der Designer Rodriguez, von dem das schwarz-rote Kleid der Siegesfeier stammt, hat auch das Hochzeitskleid für Caroline Bessette für ihre Heirat mit John F. Kennedy Jr. entworfen.

Fest steht auf jeden Fall: Der Etui-Kleid-Stil, den Jaqueline Kennedy berühmt gemacht hat, zählt auch zu Michelle Obamas Favoriten – wenngleich in einer modernen Version.

Aber auch wenn das Fachpublikum dem modischen Statement der nächsten First Lady applaudiert – viele Blogger riefen eher nach der „Modepolizei“. Yuli Ziv, Mitbegründerin des Online-Modemagazin „Myitthings.com“, begrüßte zwar, dass Michelle Obama nicht im Anzug auftrat. Das Kleid fand sie aber dennoch nicht sehr vorteilhaft. Und ein Beitrag im „The Dish Rag“ sprach von einem bizarren Kleid, dass mehr nach Halloween als nach Wahlnacht ausgesehen habe.

Wie immer das Outfit vom 04. November auch bewertet werden mag, „Town & Country“-Chefredakteurin Fiori ist zuversichtlich, dass die Familie Obama einen Trend zu eleganterer Kleidung einleiten könnte. Sie sagt sogar: „Ich glaube, wir werden uns alle besser kleiden, besser sprechen und sehr viel besser benehmen, als wir es in der Vergangenheit getan haben.“ (AP)

 

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